Neue Polizei-Inspektion in Saarbrücken kostet 40 Millionen Euro.

Saarbrücker Polizei : Groß-Inspektion kostet 40 Millionen Euro

300 Polizeibeamte ziehen in die Mainzer Straße in Saarbrücken. Gebäude in der Karcherstraße soll verkauft werden.

5000 Quadratmeter, drei Stockwerke, 197 Räume, darunter 96 Büros, Vernehmungszimmer und zehn Zellen. Kostenpunkt: 39 bis 41 Millionen Euro. Die neue Inspektion der Saarbrücker Polizei zwischen Mainzer Straße, Halbergstraße und Hellwigstraße soll ein hochmodernes Gebäude werden, in das im Jahr 2021 300 Beamte einziehen. Dann wird aus den Dienststellen in Brebach, Alt-Saarbrücken und der Karcherstraße eine neue Riesen-Inspektion. Am Freitag informierte der saarländische Innenminister Klaus Bouillon über den Stand der Planungen des neuen Gebäudes. In wenigen Tagen beginnt die Rodung auf dem Areal. Ende Oktober reißen Bagger die alten Gebäude nieder. Baubeginn ist im Sommer 2020, Ende 2021 soll die neue Polizei-Inspektion fertig sein.

Einer der Hauptgründe, weshalb die Saarbrücker Polizei eine neue Unterkunft bekommt, ist der Zustand der Inspektion in der Karcherstraße. Das 94 Jahre alte grüne Haus war nie als Polizei-Dienststelle gedacht, sondern ist ein altes Fabrikgebäude. Seit 1953 sind dort Beamte untergebracht. Für die derzeit rund 200 Polizisten in der Karcherstraße gibt es nicht einen einzigen Angestellten-Parkplatz. Auch die Streifenwagen müssen in der Karcher- und Beethovenstraße parken. Viele Dinge seien in der Karcherstraße nur ein Provisorium, sagt Bouillon. Es gebe einen Sanierungsstau von etwa acht Millionen Euro.

„Bei uns spielt sich alles im Foyer ab. Wir haben nur einen Eingang“, sagt der Saarbrücker Polizeichef Udo Schneider. Die Situation in der Polizei-Inspektion sei schon seit jeher problematisch gewesen. Bürger, die eine Anzeige aufgeben wollen, Zeugen und Kriminelle, die in Handschellen abgeführt werden, begegnen sich dort. Teilweise laufen sich kleine Kinder und schwere Verbrecher über den Weg. „Deshalb freuen wir uns auf die neue Unterkunft“, sagt Schneider. Dort wird es 390 Parkplätze für die Beamten geben. Zudem stattet das Land die neue Inspektion mit E-Zapfsäulen aus. Entlang der neuen Dienststelle lässt das Land eine neue Verbindungsstraße zwischen Mainzer Straße und Halbergstraße bauen. Die Kosten sind in den geplanten 40 Millionen enthalten.

Ein Vorteil der Inspektion in der Karcherstraße war allerdings ihre Lage. Wer in der Innenstadt in Not geriet, war schnell in der Wache. Die Beamten sind in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof, der Johanneskirche und der Kaiserstraße, den Kriminalitätsbrennpunkten in Saarbrücken. Die neue Inspektion biete jedoch die Möglichkeit, mehr Polizisten auf die Straße zu bringen, da man die Verwaltung ausdünnen könne, sagt Klaus Bouillon. Die Polizisten hielten sich dort auf, wo sie gebraucht werden. Viele seien permanent auf der Straße. Wo die Inspektion ist, sei nicht so wichtig. Es sei dennoch möglich, dass es in der Innenstadt eine City-Wache gebe, erklärt Udo Schneider. Es gebe allerdings noch keine konkreten Pläne.

Doch was wird aus den kleineren Dienststellen in Brebach und Alt-Saarbrücken sowie der Inspektion in der Karcherstraße? Das Gebäude in Brebach hat die Polizei gemietet, den Mietvertrag wird das Land nun kündigen. Das Haus in der Karcherstraße ist Eigentum, soll nun aber verkauft werden. „In dem Gebäude in Alt-Saarbrücken soll Polizei-Präsenz erhalten bleiben“, sagt Udo Schneider. Da die Staatskanzlei dort ihren Sitz hat, sei ein besonderer Schutz geboten. Die Dienststelle in Kleinblittersdorf solle gestärkt werden. Die neue Saarbrücker Inspektion ist mit Baukosten von 40 Millionen Euro das Mammutprojekt unter den Neu-Ausstattungen der saarländischen Polizei. Bereits im Herbst vergangenen Jahres öffnete das neue Einsatztrainingszentrum in Göttelborn (4,3 Millionen Euro Baukosten). In der ehemaligen Praktiker-Zentrale in Kirkel sollen künftig die Bereitschaftspolizei, die Diensthundestaffel und Teile der Verkehrspolizei untergebracht werden (acht Millionen Euro Umbaukosten). „Menschen, die sagen, wir sparen bei der Polizei, sind nicht von dieser Welt“, sagt Innenminister Klaus Bouillon.

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