| 18:04 Uhr

Neubau für die Polizei
300 Polizisten ziehen in die Mainzer Straße um

Das Innenministerium baut ab 2019 in der Mainzer Straße am Landespolizeipräsidium die Groß-Inspektion Saarbrücken-Stadt. Auf einem weiteren Teil des landeseigenen Areals sind Wohnungen vorgesehen. Hinzu kommen je ein Parkhaus für die Polizei sowie für die Bewohner der Nachbarimmobilien.
Das Innenministerium baut ab 2019 in der Mainzer Straße am Landespolizeipräsidium die Groß-Inspektion Saarbrücken-Stadt. Auf einem weiteren Teil des landeseigenen Areals sind Wohnungen vorgesehen. Hinzu kommen je ein Parkhaus für die Polizei sowie für die Bewohner der Nachbarimmobilien.
Saarbrücken. Groß-Inspektion vereinigt ab 2021 die Beamten aus St. Johann, Alt-Saarbrücken und Brebach. Der Polizeiposten Kleinblittersdorf bleibt. Von Frank Kohler

Hier: Bauzäune entlang der Mainzer Straße, angehäufte Erde, sonst – vorerst – nichts. Dort: verstopfte Straßen rings um einen grünen, kantigen Altbau im Stadtzentrum. Er ist noch die Heimat der Polizeiinspektion St. Johann, der größten Inspektion im Saarland mit rund 200 Beamten. Sie arbeiten in einem früheren Fabrikgebäude, sitzen in hohen Räumen, die nicht als Polizeihaus gedacht waren. Und in gemieteten Büros, weil der Altbau längst zu klein ist. Im Foyer ist ein ständiges Kommen und Gehen. Beamte führen Beschuldigte in Handschellen zur Vernehmung vorbei an Bürgern, die auf ihre Auskunft warten, während andere Anzeige erstatten wollen. In den Stockwerken darüber lärmt ein Bohrer. Das zeugt von Arbeiten am Brandschutz, die keinen Aufschub dulden. Auch wenn die Polizei den Bau nur noch wenige Jahre benötigt.


Ein paar Kilometer weiter, in der Inspektion Brebach, und am Ludwigsplatz, Sitz der Inspektion Alt-Saarbrücken, sind die Mannschaften deutlich kleiner. Die beiden Dienststellen, noch sogenannte B-Inspektionen, können mangels Personal nicht mehr rund um die Uhr öffnen. Nach dem Reformschritt, der nun ansteht, sind diese Dienststellen Polizeireviere, für welche die Inspektion St. Johann Verwaltungsaufgaben miterledigt.

Auch diese Lösung soll in etwa drei Jahren Vergangenheit sein. Die Zukunft sieht so aus: Aus den beiden kleineren Dienststellen Brebach und Alt-Saarbrücken sowie der großen Inspektion St. Johann mit insgesamt rund 300 Polizeibeamten soll eine einzige Belegschaft werden – mit einer neuen, gemeinsamen Adresse an der Mainzer Straße. Denn wo jetzt hinter Zäunen die ersten Bauarbeiten laufen, soll 2021 die Groß-Inspektion Saarbrücken-Stadt loslegen.



Ein Plan, der Fragen aufwirft. Auch an Udo Schneider, den Chef der Inspektion St. Johann, der an der Polizei von morgen wie seine Kollegen in Brebach und Alt-Saarbrücken mitarbeitet. Er plant den Neubau mit Personal auf dem heutigen Niveau für den Streifendienst, die Einsätze und die Ermittlungen in Saarbrücken.

In der Verwaltung lasse sich aber durch die Zusammenlegung die ein oder andere Stelle sinnvoll einsparen. Schneider: „Die Groß-Inspektion ist kein Personalabbauprojekt für die Polizei in der Stadt. Wir bekommen ein modernes funktionales Haus, auf das wir schon lange warten, und organisieren uns nur neu.“

Erhalten bleibe auf jeden Fall der Polizeiposten Kleinblittersdorf wegen der Grenzlage der Gemeinde.

Und wenn in der Stadtmitte jemand Hilfe braucht, schnell wie sie jetzt jederzeit aus der Karcherstraße möglich ist? „Darüber denken wir selbstverständlich nach“, sagt Schneider. Es existiere noch kein konkreter Plan, was an die Stelle der ständig geöffneten Wache in der Karcherstraße tritt. Schneider versichert: „Aber die für den Bürger ansprechbare Polizei, ihre Präsenz und die schnelle Hilfe im Notfall sind uns wichtig. Die werden wir aufrechterhalten.“

Dasselbe gelte für die größer angelegten Aktionstage, wie sie in der zwischen Stadt und Land geschlossenen Sicherheitspartnerschaft vorgesehen sind. Dann bekommen die Saarbrücker Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes Verstärkung von der Bereitschaftspolizei und Beamten aus anderen Polizeidienststellen. Das Ganze dann, wie für Schneider feststeht, organisiert in einem modernen Anwesen – das wiederum, anders als die alten Bauten, von vornherein geplant ist für den Polizeibedarf. Bis hin zum Parkhaus für die Streifenwagen sowie für die Autos der Mitarbeiter. Auch genug Platz für die umfangreiche Polizeiausrüstung von heute lässt sich jetzt einplanen in die neue große Inspektion. In den drei Alt-Immobilien, die den Polizeidienst bald hinter sich haben, ist daran kaum noch zu denken.

Udo Schneider.
Udo Schneider. FOTO: K.H.Feller/Polizei