So kann’s gehen : Total analog

Zeitungsinterview mit einer jungen Frau. Sie ist knapp über 20. Mediengestalterin, die beste im Saarland. Sie kam nach dem Abitur in eine Agentur, layoutet und gestaltet. Alles ist digital. Ihr Job nennt sich „Mediengestalterin Digital und Print“.

Die Anglizismen stehen für einen modernen Job, der sich am iMac abspielt, am Großbildschirm. Sie beherrscht Photoshop, Indesign und die komplette Creative Cloud. Was das ist? Es sind Computerprogramme. Man gestaltet Kataloge, Broschüren, Seiten, ohne dass man je einen Stift in die Hand nehmen muss.

Und jetzt ist sie an der Kunsthochschule. „Das ist total analog“, sagt sie begeistert. Die Augen funkeln. Den Computer ersetzen Farben, Stifte, Kreide. Es gebe eine Holz-­, eine Keramik- und eine Metallwerkstatt. Fasziniert sei sie von Linol- und Holzschnitten. Vom Drucken mit Farben. „Total analog.“ Bei mir war’s umgekehrt. Linolschnitt in der Schule fanden wir doof. Und Telefone hatten eine Schnur.

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