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Heidelberger kommen gern nach Saarbrücken

Eine „Exil“-Saarländerin erklärt ihre Heimat : Heidelberger kommen gern nach Saarbrücken

Jutta Krause begleitet seit Jahren ehrenamtlich Reisegruppen zu den Sehenswürdigkeiten im Saarland.

Die Stimmung der Heidelberger Reisegruppe nach der Orgelführung in der Basilika St. Johann war heiter, fast schon ausgelassen. Man merkte, die Gäste aus Heidelberg kannten sich, waren begeistert von dem, was sie gezeigt bekamen.

„Ich mag Saarbrücken. Es ist überschaubar, und es gibt keine Hektik. Hier wird gudd gess, und den Dialekt höre ich auch gerne“, erklärt Irmgard Sobek aus der Reisegruppe. Und bevor die Gruppe zum saarländischen Mittagessen am St. Johanner Markt und zur anschließenden Führung in der Modernen Galerie aufbricht, fügt Wolfgang Hampel noch hinzu: „Die Reisen mit Frau Krause sind immer sehr interessant. Und sie sind exakt geplant, es geht nie etwas schief.“

Frau Krause – das ist Jutta Krause, gebürtige Völklingerin, zuletzt wohnhaft in Dillingen und überzeugte Saarländerin. Schon seit fünf Jahren verführt sie Heidelberger Bürger zu Fahrten ins Saarland, zeigt ihnen die Besonderheiten und die Schönheiten im grenznahen Saar-Lor-Lux-Raum. „Wir waren in den letzten Jahren schon in der römischen Villa Borg, im Archäologiepark Bliesbruck-Reinheim, mehrfach in der Völklinger Hütte. Und die Heidelberger sind immer sehr überrascht, aber auch ganz begeistert davon, was es hier alles zu entdecken gibt“, erklärt sie. Denn die meisten würden das Saarland in der Regel nur vom Durchfahren kennen. Und das will sie unbedingt ändern. Daher führen ihre sechs Tagesfahrten pro Jahr immer ins Saarland und in die nahe Grenzregion. „Ich bin in Heidelberg die Frau aus dem Saarland. Die Teilnehmer wissen, dass es mit mir dorthin geht“, sagt sie lachend.

Dass Jutta Krause den Heidelbergern die saarländischen Sehenswürdigkeiten mit so viel Freude und Kenntnis zeigt, hat eine kleine Vorgeschichte. Jutta Krause zog vor fünf Jahren nach Heidelberg, wollte näher bei Tochter und Enkelkindern sein. Gleichzeitig suchte sie in der neuen Stadt nach einer Aufgabe. Und da wurde sie auf die „Akademie für Ältere“ aufmerksam. „Das ist ein Verein in Heidelberg, eine Art Volkshochschule für Menschen im Alter über 60. Die „Akademie für Ältere“ bietet Wandertouren an, Reisen, verschiedene Kurse, Vorträge und Tagesfahrten. Für jeden etwas“, erläutert sie.

Aus dem Kreis der „Akademie für Ältere“, für den Jutta Krause wie alle anderen ehrenamtlich tätig ist, kommen die Teilnehmer ihrer Tagesfahrten. „Einige sind Stammkunden, die kommen immer wieder mit, auch weil es ihnen hier so gut gefällt. Und dann sind immer wieder neue Teilnehmer dabei. Und auch schon mal Saarländer“, erzählt Jutta Krause. Dass ihre Fahrten ins Saarland so gut ankommen, liegt nicht nur an der genauen Vorbereitung, sondern auch daran, dass Jutta Krause ihre Teilnehmer gerne aufklärt. „Ich biete eine oder zwei Wochen vor der Fahrt einen Einführungsvortrag an. Und da erläutere ich neben den Sehenswürdigkeiten der Tour auch schon mal den Strukturwandel im Land oder seine Geschichte.“

Dass Jutta Krause das alles souverän durchführt, liegt auch an ihrem früheren, saarländischen Leben. Denn die studierte Lehrerin hat nach ihrer Familienzeit für verschiedene Einrichtungen ehrenamtlich gearbeitet und Fahrten organisiert, war über 25 Jahre Gästebetreuerin bei Villeroy&Boch in Mettlach. Dort führte sie Gäste, meist Großkunden, durch die Anlagen. Und sammelte jede Menge Erfahrung im Umgang mit Gruppen. Das kann sie nun gut nutzen. Und das sieht man auch an der Zufriedenheit der Teilnehmer.

Die nächsten Fahrten sind schon organisiert. Ende Februar geht es in das Zeitungsmuseum Wadgassen, im Mai in das Dreiländereck und in das Schloss Malbrouck. Im Herbst dieses Jahres will Jutta Krause dann den Heidelbergern die neuen Gerhard-Richter-Fenster in der Abteikirche in Tholey und die neue Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigen.

„Die Gäste sind immer ganz begeistert, was das Saarland alles zu bieten hat. Und ich kann für das Saarland Werbung machen. Denn das Saarland liegt mir immer noch sehr am Herzen“, erklärt Jutta Krause mit einem Lächeln.