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Benjamin kelm from saarbrooklyn to new york
Er will nicht niemals nach New York. . .

Saarbrücken. Ein vergnüglicher Abend mit dem Schauspieler Benjamin Kelm, der gerade sammelt, um am Big Apple zu studieren. Von Nicole Burkhardt

Auf der Bühne steht ein Schreibtisch mit Büchern: Harry Potter, Die kleine Hexe und andere. Dahinter sitzt Benjamin Kelm, Schauspieler, Entertainer, Sänger und auch Tänzer, wie sich im Laufe des Abends herausstellt. In der Congresshalle Saarbrücken präsentiert er Erlebnisse und Momente seines noch recht jungen Lebens in seiner Unterhaltungsshow „From Saarbrooklyn to New York“.


Vor einigen Monaten hat Kelm bei einer Schauspielweltmeisterschaft in Los Angeles ein Stipendium gewonnen, welches ihm ein Schauspielstudium an einer renommierten Schauspielschule in New York finanziert. Welche Stationen er hierfür durchlaufen hat, resümiert der 30-Jährige an jenem Abend.

Es beginnt wie eine Powerpoint-Präsentation auf einer Familienfeier. Das Publikum ist dem jungen Schauspieler auch größtenteils bekannt: Freunde, Familie und Kollegen sitzen in den ersten fünf Reihen. Die Erinnerungen an Kindheit und Jugend führen zu großem Amüsement. Bilder vom fünfjährigen Benjamin, sein erster Zaubertrick, Tanzeinlagen und selbstgedrehte Horrorfilme begeistern die Zuschauer. Zwischendurch gibt Kelm Gedichte zum Besten oder liest Ausschnitte aus seinem eigenen Buch „Nichts ist alltäglich“.

Kelm lacht gerne über sich selbst. Wenn er sich zum Beispiel an Episoden in seinem Leben erinnert wie die Drehs mit „Wissen macht Ah!“ im Europapark, wo er 13 Mal Bluefire - die schnellste Achterbahn im Vergnügungspark - fahren musste. Auch als Youtuber versuchte er sich und drehte ein Tutorial zum Thema „Was ist eine Mütze und wie ziehe ich diese an?“.

An der Schauspielschule „Acting and Arts“ in Saarbrücken hat er aber auch mehrere Jahre eine ernsthafte Ausbildung durchlaufen und ist mittlerweile selbst als Schauspiellehrer und Regisseur dort tätig. Auch in London absolvierte er einen Kurs.



Aber jetzt soll es ja nach New York gehen. Und so war der zweite Teil des Abends ganz dem „Big Apple“ gewidmet. Gemeinsam mit der Improvisationstheatergruppe „SponTat“ aus Trier, mit der er seit mehreren Jahren trainiert, spielt Kelm schon mal durch, wie das erste Schauspieltraining oder ein Werbespot-Dreh in New York ablaufen könnte. Das Publikum läuft zu Höchstformen auf. Was nimmt Benjamin auf jeden Fall mit in die neue Heimat? „Ein Nackenhörnchen“ oder „Eine Avril Lavigne CD“ sind die Antworten aus den Zuschauerreihen. Die drei Frauen von „SponTat“ setzen die Begriffe, die ihnen die Zuschauer zurufen, gemeinsam mit Kelm auf kreative und lustige Art und Weise um und beenden den Abend mit einer ausgelassenen, energiegeladenen Stimmung. „Es macht den Leuten Spaß und mir macht‘s Spaß“, Kelm ist mit dem Abend zufrieden, genauso wie seine Gäste.

Für seinen zweijährigen Aufenthalt in New York fehlen Kelm noch ein paar Tausend Euro, denn das Leben dort ist nicht billig, und sein Stipendium finanziert nur den Schulbesuch, nicht den Lebensunterhalt. So war dieser Abend auch Teil einer Spendenaktion in eigener Sache. Auch auf einer Sammel-Plattform im Internet kann man den Schauspieler unterstützen.

www.benjaminkelm.de