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Michael Riedel - Neukonzeption der Werkschau im Saarlandmuseum / Moderne Galerie
Neue Ansichten: Michael Riedel im Saarlandmuseum

Michael  Riedel hat seine Präsentation in der Modernen Galerie neu gestaltet.
Michael  Riedel hat seine Präsentation in der Modernen Galerie neu gestaltet. FOTO: Saarlandmuseum
Saarbrücken. (bre/red) Für den Frankfurter Künstler Michael Riedel gehört die Veränderung mit zu seiner Kunst. Entsprechend hat er nun auch seine Präsentation im Obergeschoss des Neubaus des Saarlandmuseums neu gestaltet.

Gemeinsam mit „Kuehn Malvezzi Architekten“ hat der 46-Jährige bekanntlich die Fassaden- und Freianlagengestaltung am Museum konzipiert. Das halbe Saarland ist seither über die von ihm in den Boden eingelassenen Schriften geschritten. Und viele haben in den Wochen nach der Neueröffnung Riedels auf den Ort bezogene Werkschau im Museum selbst bestaunt – und sicher manchmal auch darüber gerätselt.


Seit den späten 1990er Jahren gehört es zu Riedels künstlerischem Konzept, neue Arbeiten entstehen zu lassen, indem er Prozesse erdenkt, die bereits vorhandenes Material der Verselbständigung anheimgeben. Bevorzugter „Werkstoff“ des Künstlers sind die Ereignisse und die Kommunikation im Kunstbetrieb selbst.

Deren mediale Aufzeichnungen und Verschriftungen nutzt er, um diese Prozesse zu reinszenieren und so für neue Deutungen zu öffnen. Aus Texten und Schriftbildern generiert er autonome Muster, die er auf Bildträger aller Art, auf Leinwände, Plakate und sogar auf ganze Räume aufbringt – oder, wie in Saarbrücken, auch mal auf einen ganzen Platz.

Seine für die Eröffnungspräsentation der Modernen Galerie getroffene Werkauswahl hat Michael Riedel jetzt  verändert und neu in Szene gesetzt. Der tapezierten Wandmalerei mit komplementärer Audio-Installation steht nun im Obergeschoss des Museums ein monumentaler Bildzyklus gegenüber: Die Reproduktion eines urgeschichtlichen Fossils wird hier zum Ausgangspunkt der ebenso systematischen wie assoziationsträchtigen Formdeklination.

Auf eine ausgediente Ausstellungsarchitektur des Frankfurter Städel hat der Künstler ein Arrangement von Plakaten eigener Ausstellungen aufgebracht, auf welches nun – durch ein Spracherkennungsprogramm synchron verschriftet – die Geräusche des Saarbrücker Ausstellungsraums projiziert werden. Riedels jüngste Werkgruppe ist präsent in einer großformatigen, lakonischen Leinwandkomposition, die der Künstler aus dem Scan vorgefundenen Verpackungsmaterials generiert hat.



Während der Laufzeit der Ausstellung wird eine Publikation zum Platz- und Fassadenkunstwerk Michael Riedels in der Reihe der Cahiers des Saarlandmuseums erscheinen.

www.madeingermanyzwei.de/Kuenstler/Michael-Riedel.html

www.kulturbesitz.de