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Erneute Pleite in Sachen Südumgehung Zitate aus der Ratssitzung

Erneute Pleite in Sachen Südumgehung Zitate aus der Ratssitzung

Riegelsberg. Seit 1974 beschäftigt die Südumgehung Räte, Ministerien, Behörden und Planer. So auch am Montagabend in der Riegelsberger Gemeinderatssitzung. Werner Schmitt vom Wirtschaftsministerium, Jürgen Holz vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) sowie Jörg Bard vom Saarbrücker Planungsbüro BSBI informierten über den aktuellen Stand. Das Wichtigste: Die im Juni 2011 in einer Bürgerversammlung vorgestellte Vorzugsvariante (siehe Infokasten) kann nicht wie geplant gebaut werden. Weil bei den jüngsten Verkehrs- und Kosten-Nutzungsuntersuchungen heraus kam, dass die geplante Trasse im Westen (Gemarkungen Püttlingen/Altenkessel) durch ein Landwirtschaftsschutzgebiet führt, dürfen die beiden dort geplanten Verkehrskreisel nicht gebaut werden.Weil diese Vorzugsvariante als "Variante 4" in den Akten steht, untersuchten die Planer die Varianten 4a bis 4f - und plädierten nun für die "4f"-Lösung: Sie sieht vor, dass der Verkehr aus Püttlingen und Altenkessel nicht mehr durch Kreisel, sondern über eine Vollkreuzung auf die Südumgehung gebracht wird. Die Hixberger Straße wird von der Zufahrt zur Südumgehung abgehängt. Im Osten (Kreuzungspunkt A1/Holzer Straße) soll die Holzer Straße vom Verkehr abgehängt werden. Die innerörtlichen Verkehre will man über eine Vorfahrts- und teilweise Ampelregelungen auf die Südumgehung und auf die Autobahn leiten.

Riegelsberg. Seit 1974 beschäftigt die Südumgehung Räte, Ministerien, Behörden und Planer. So auch am Montagabend in der Riegelsberger Gemeinderatssitzung. Werner Schmitt vom Wirtschaftsministerium, Jürgen Holz vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) sowie Jörg Bard vom Saarbrücker Planungsbüro BSBI informierten über den aktuellen Stand. Das Wichtigste: Die im Juni 2011 in einer Bürgerversammlung vorgestellte Vorzugsvariante (siehe Infokasten) kann nicht wie geplant gebaut werden. Weil bei den jüngsten Verkehrs- und Kosten-Nutzungsuntersuchungen heraus kam, dass die geplante Trasse im Westen (Gemarkungen Püttlingen/Altenkessel) durch ein Landwirtschaftsschutzgebiet führt, dürfen die beiden dort geplanten Verkehrskreisel nicht gebaut werden.

Weil diese Vorzugsvariante als "Variante 4" in den Akten steht, untersuchten die Planer die Varianten 4a bis 4f - und plädierten nun für die "4f"-Lösung: Sie sieht vor, dass der Verkehr aus Püttlingen und Altenkessel nicht mehr durch Kreisel, sondern über eine Vollkreuzung auf die Südumgehung gebracht wird. Die Hixberger Straße wird von der Zufahrt zur Südumgehung abgehängt. Im Osten (Kreuzungspunkt A1/Holzer Straße) soll die Holzer Straße vom Verkehr abgehängt werden. Die innerörtlichen Verkehre will man über eine Vorfahrts- und teilweise Ampelregelungen auf die Südumgehung und auf die Autobahn leiten.

Wenn die jetzt ins Auge gefasst Variante "gerichtsfest" sei, könne man das Baurechtsverfahren im zweiten Quartal 2014 einleiten, sagte Jörg Bard. Baubeginn wäre dann frühestens im zweiten Quartal 2015.

Die Empörung im Riegelsberger Gemeinderat war riesig. "Wenn man mehr als 30 Jahre plant und erst jetzt feststellt, dass ein Gebiet, durch das die Trasse führen soll, ein Vorsorgegebiet für Landwirtschaft ist, dann fehlt mir dafür jegliches Verständnis", sagte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD). Stephan Müller-Kattwinkel (CDU) schimpfte: "Wenn die Stadtmitte am Fluss in Saarbrücken und die Nordtangente fertig sind, kriegen wir immer noch gesagt, wie schwierig es ist, die Südumgehung zu planen." Birgit Huonker (Die Linke) forderte Häusle auf, Wirtschaftsminister Heiko Maas in eine der nächsten Ratssitzung einzuladen. Jürgen Klein (FDP) schüttelte den Kopf: "Niemand im Rat weiß noch, was da abgeht, und keiner kann alle verschiedenen Varianten nennen."

Die Behördenvertreter versuchten ihr Vorgehen zu erklären. So sagte Werner Schmitt: "Wir betreiben die Planung mit Ernsthaftigkeit und hohem Ingenieurverstand." Holz betonte: "Wir sind jetzt an einem Stand angelangt, wo man Licht am Ende des Tunnels sieht. So hell leuchtete das Licht noch nie." Holz sagte aber auch: "Wir wollen die Südumgehung nicht einstellen, sondern zu einem Baurecht führen. Ob sie dann, wenn wir Baurecht haben, finanziert werden kann, steht auf einem anderen Blatt." - Es wird also teuer geplant, bevor die Realisierung sicher ist. dg

Riegelsberg. Sehr verärgert war man im Rat. Klaus Häusle: "Was sich seit 2006 jedes Jahr wiederholt, ist die Tatsache, dass der 2006 vorgestellte Zeitplan jedes Jahr um genau ein Jahr verschoben wird. Das macht keine Laune." Stephan Müller-Kattwinkel (CDU): "Wenn die Südumgehung nicht mehr gebaut werden soll, dann sagt uns das doch! Dann brauchen wir nicht jedes Jahr Molche zählen zu lassen." Hartmut Huber (FDP): "Wir fühlen uns für dumm verkauft. Vor der Wahl wird versprochen, es geht schnell. Nach der Wahl wird verschoben." Jutta Christmann (CDU): "Die Variante 4f ist nicht akzeptabel. Noch eine Ampel für Riegelsberg führt zu einer Allergie." Birgit Huonker (Linke): "Ich fühle mich an den Film ,Und täglich grüßt das Murmeltier' erinnert." Horst Thirolf (SPD): "Wenn wir 2015 Baurecht haben, kommt vom Finanzministerium die Aussage, jetzt ist kein Geld mehr da." Reinhold Roos (SPD): "2014 werden wir auf dem Hixberg ein Fest feiern: 40 Jahre nicht genehmigte Südumgehung." dg

Auf einen Blick

Die Südumgehung, 3,5 Kilometer lang, soll von der A1 entlang der Holzer Straße über eine 35 Meter breite Brücke führen, die die Saarbrücker Straße und die Saarbahntrasse quert. Weiter gehen soll es hinter Wolfskaul- und Hixberger Straße am Waldrand entlang zum Schocksberg. Ein etwa drei Meter hoher Sichtschutzwall zwischen Trasse und den Grundstücken in der Hixberger Straße soll die Anwohner vor Lärm schützen. dg