Ratten schrecken Bürger in Heusweiler auf

Heusweiler : Ratten schrecken Bürger in Heusweiler auf

Naturschutzbeauftragter: Grundstückseigentümer sind dazu verpflichtet, gegen die Tiere vorzugehen.

Gibt es eine Rattenplage in Heusweiler? In der jüngsten Sitzung des Heusweiler Ortsrates berichtete Alfred Michaelis (SPD) von Ratten, die im Kutzhofer Ortsteil Numborn auf Grundstücken herumlaufen und in Keller eindringen würden. Ortsvorsteher Helmut Maas (CDU) bestätigte, dass im Ortsteil Heusweiler in der Illinger Straße derzeit ebenfalls viele Ratten beobachtet werden.

Auch im Ortsteil Holz hätten sich unlängst zwei Familien aus der Saarstraße an den Zweckverband Kommunale Entsorgung (ZKE) Heusweiler gewandt und von Ratten in und an den Häusern berichtet. Gemeinderatsmitglied Hans-Kurt Hill (Linke) ergänzte, dass es im Ortsteil Eiweiler ebenfalls vermehrt Ratten gibt. Weil laut Ulrich Steinrücken (NÖL) punktuelle Bekämpfungsmaßnahmen nichts nutzen, fordert der Ortsrat die Gemeinde und den ZKE auf, die Ratten flächendeckend und über das ganze Jahr hinweg zu bekämpfen.

Peter Paulus, der Natur- und Umweltschutzbeauftragte der Gemeinde, sagte auf SZ-Anfrage, die Gemeinde erhebe keine Zahlen zur  Rattenpopulation in Heusweiler, doch aufgrund der Meldungen und Anfragen aus der Bevölkerung gehe er davon aus, dass es mehr Ratten im Gemeindegebiet gibt als in den Vorjahren. 35 Meldungen sind seit Jahresbeginn bei Paulus und Norbert Becker vom ZKE eingegangen, verteilt über die gesamte Gemeinde. Michael Jakob, Ortsvorsteher von Kutzhof, hat nach eigenen Angaben selbst Ratten in der Lummerschieder Straße beobachtet. Bei Helmut Maas, Ortsvorsteher von Heusweiler, sind Meldungen von Anwohnern aus fünf Straßen eingegangen.

Die genaue Ursache lasse sich nicht eindeutig erklären, meint Paulus. Doch Trockenheit, ein größeres Nahrungsangebot sowie Kanalbaumaßnahmen seien auf jeden Fall Gründe dafür, dass sich die Ratten stark vermehrt hätten. Wer Ratten auf seinem Grundstück oder im Haus bemerke, soll sich unbedingt an den ZKE wenden mit der Bitte, in den Abwasserkanälen im Umfeld entsprechende Giftköder auszulegen. Auch die Gemeindeverwaltung bekämpfe Ratten auf ihren Liegenschaften, an Bachläufen und an Containerstandorten.

Flächendeckend würden die Köder jedoch nicht ausgelegt, nur dort, wo Ratten gemeldet wurden, sagt Paulus. Er weist darauf hin, dass Haus- und Grundstückseigentümer verpflichtet sind, gegen Ratten vorzugehen oder einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Bei der Entscheidung, selbst gegen die Ratten vorzugehen, seien jedoch gesetzlich festgelegte Sicherheitsvorkehrungen zu beachten – nachzulesen in Paragraf fünf der Rattenbekämpfungsverordnung. Zudem sei es sinnvoll, sich im Vorfeld von einer fachkundigen Person beraten zu lassen.

„Wenn jemand seiner gesetzlichen Verpflichtung der Rattenbekämpfung nicht nachkommt, wird die Ortspolizeibehörde aus Gründen der Gefahrenabwehr eine Verfügung gegen den Verpflichteten erlassen, in der ihm die Schädlingsbekämpfung aufgegeben wird“, betont Paulus. Er rät dazu, den Ratten die Futtergrundlagen zu entziehen, organische Abfälle in den dafür vorgesehenen Behältnissen mit Deckel zu entsorgen, keine Müllsäcke mit Lebensmittelabfällen frei zugänglich aufzubewahren.

Weitere Tipps: gelbe Säcke erst kurz vor der Abholung an die Straße stellen, nur pflanzliche Küchen- und Gartenabfälle kompostieren, den Komposter durch eine Verstärkung des Unterbodens absichern oder mit einem feinmaschigen Draht umrahmen, Eierschalen, Wurst, Fleisch, Käse, Nudeln und ähnliches in der Bio- oder Hausmülltonne entsorgen, keine Essensreste über die Küchenspüle oder Toilette in die Kanalisation zu leiten und Vögel nicht ganzjährig zu füttern.

Weitere Infos erteilen Peter Paulus unter (0 68 06) 91 11 72 oder der ZKE unter (0 68 06) 98 77 70.

Mehr von Saarbrücker Zeitung