Der 1. FC Saarbrücken pflegt den Nachwuchs

Saarbrücken : Der 1. FC Saarbrücken pflegt den Nachwuchs

Am Samstag war Tag der offenen Tür im Nachwuchsleistungszentrum. Junge Talente und ihre Begleiter kamen zum Reinschnuppern.

Die Sonne scheint, rund 50 Kinder tummeln sich auf dem FC-Sportfeld, auf dem benachbarten modernen Kunstrasen und im neuen Athletikraum. Fast doppelt so viele Eltern und Großeltern sind dabei, halten mit den Handykameras Erinnerungen fest.

„Es ist einfach eine gelungene Veranstaltung“, bilanziert Nico Weißmann, der Jugendleiter des 1. FC Saarbrücken, den ersten Tag der offenen Tür am neuen Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) am vergangenen Samstag, noch bevor er zu Ende ist: „Es geht uns vor allem darum, dass die Eltern sehen, wem sie hier ihre Kinder anvertrauen, die Örtlichkeiten und Inhalte unserer Arbeit kennenlernen.“

Seit 1. Januar 2019 gilt die Nachwuchsarbeit des FCS als „zertifiziertes Leistungszentrum“. „Man muss das als Projekt sehen, das sich immer weiterentwickelt“, sagt NLZ-Leiter Oliver Schäfer, „das betrifft die Spieler, aber auch unsere Trainer. Wir helfen ihnen, damit sie ihre Arbeit noch besser machen können.“ Alle haben mindestens die Jugend-Elite-Lizenz, die meisten die A-Lizenz, Schäfer ist Fußball-Lehrer. Zum Team gehört aber auch eine medizinische Abteilung mit Arzt, Physiotherapeuten und drei Athletiktrainern. Am Samstag hat man Spieler der Jahrgänge 2007 bis 2010 gesichtet. „Gerade in den unteren Jahrgängen macht die Körperlichkeit eine Menge aus. Bei uns bekommen die Spieler die Chance, sich auch technisch und taktisch weiterzuentwickeln und alles zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen“, erklärt U-14-Trainer Mathias Malter, der früher auch aktive Mannschaften betreut hat: „Heute will ich nur mit dem Nachwuchs arbeiten.“

Dabei geht es um mehr als Fußball. Der FCS hat auch ein Betreuungsangebot für den Nachmittag. „Wir begleiten junge Menschen ein Stück auf dem Weg ihrer Entwicklung“, nennt Ex-Profi und Gymnasiallehrer Weißmann eine weitere Aufgabe des NLZ. Dennoch liegt bei einem Sportverein aber das Hauptaugenmerk auf der sportlichen Seite. Dass der FCS mit seinen Jugendteams derzeit nicht in den höchsten deutschen Spielklassen vertreten ist, sei für die Entwicklung der Talente kein Nachteil – finden die Verantwortlichen.

„Bislang konnten uns andere Vereine die Talente einfach so abwerben. Das ist mit dem NLZ nicht mehr so einfach“, sagt Schäfer, „in der Bundesliga muss man mehr verteidigen, in der Regionalliga mehr selbst das Spiel machen. Wir sehen sie derzeit darum für unsere Talente als die bessere Spielklasse an.“ Dass die Bundesliga kommen soll, steht außer Frage, dass dies mit der Entwicklung des Gesamtvereins zusammenhängt ebenso. „Als Regionalligist leisten wir gute Arbeit, aber mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft bekommen auch wir andere Möglichkeiten“, sagt Weißmann und denkt auch an ein Internat für auswärtige Spieler. „Wir forsten auf wie im Wald. Setzen viele zarte Pflänzchen und hoffen, aus ihnen starke Bäume werden zu lassen“, erläutert Schäfer mit einem Bild, das klarmacht, welche große Rolle die Geduld in dieser Angelegenheit spielt.

Eltern und Talente schienen am Samstag vom FCS-Konzept angetan, das sich künftig messen lassen muss sowohl an den Tabellenplätzen der Mannschaften als auch der individuellen Entwicklung der ihm anvertrauten Kinder.

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