Wut über Lärm und Müll an Containern im Regionalverband Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Anwohner sind verärgert : Wut über Lärm und Müll an Containern im Regionalverband Saarbrücken

Der Entsorgungsverband Saar hat vorgegeben, dass Container in „der bebauten Ortslage“ stehen sollen. Daher beschweren sich Bürger aus dem gesamten Regionalverband über Lärm und Müll an diesen Plätzen.

Bei unseren französischen Nachbarn werden mittlerweile vielerorts Recycling- und Altglascontainer videoüberwacht, um illegale Müllablagerung und auch Lärmbelästigung der Anwohner zu verhindern. Die Menschen in der Friedrichsthaler Fichtenstraße würden die auf unserer Seite der Grenze sicher bestehenden datenschutzrechtlichen Bedenken gegenüber einer solchen Maßnahme wohl einfach beiseite wischen.

„Wir sind verzweifelt. Nicht mal Sonntags hat man seine Ruhe und kann sich erholen“, sagt Anwohner Michael Göllner, genervt vom Lärm eingeworfener Flaschen und einfach zurückgelassenem Unrat: „Steuern dürfen wir bezahlen, aber für ein größeres Schild, das für rücksichslose Flascheneinwerfer auch sonntags zu lesen wäre, ist kein Geld da.“

Die Wut ist nachvollziehbar. Die Lösungsmöglichkeiten allerdings überschaubar. „Ich kann natürlich die Anwohner verstehen“, sagt Friedrichsthals Hauptamtsleiter Christian Jung und kündigt Hilfe an: „Seitens der Stadtverwaltung Friedrichsthal werden zeitnah entsprechende Hinweisschilder angeschafft, die allen Nutzern der Containerstandorte klar und deutlich machen, zu welchen Zeiten der Einwurf zulässig ist.

Ob sich aber mit einer neuen, gut lesbaren Beschriftung das kritisierte Verhalten ändern wird, muss abgewartet werden.“

Doch nicht nur in Friedrichsthal scheinen die Einhaltung der sogenannten Einwurfverbotszeiten und illegale Restmüllentsorgung ein Problem zu sein. Auch wenn die Ausprägung unterschiedlich ist.

„Beschwerden über eine Nutzung außerhalb der normalen Zeiten kommen bei uns sehr selten vor“, sagt Quierschieds Hauptamtsleiter Axel Matheis, „bei wilden Müllablagerungen schicken wir Mitarbeiter, die zum einen den Dreck entsorgen und gleichzeitig versuchen, die Verursacher zu ermitteln. Das ist aber meist schwierig, aber manchmal doch erfolgreich.“

Auch in der Landeshauptstadt kämpft man mit dem Dreck. „Pro Jahr gehen beim Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb der Landeshauptstadt Saarbrücken (ZKE) rund 300 Meldungen über Verunreinigungen der städtischen Containerstandplätze ein. Beschwerden über Lärmbelästigung gehen dagegen kaum beim ZKE ein“, sagt Sprecher Thomas Blug, „um illegale Müllablagerungen an den Containerstandplätzen zu bekämpfen, haben wir in der Vergangenheit auch bereits über Videoüberwachung nachgedacht. Nach derzeitiger Rechtslage ist diese jedoch bei uns nicht möglich.“

Seit Mitte 2018 kontrollieren zusätzlich zwei Außendienstmitarbeiter des ZKE, die sogenannte „Umweltstreife“, regelmäßig Problemstellen. Doch auch das ist laut Blug nur bedingt erfolgreich: „Ein Ertappen der Täter in flagranti ist meist nur möglich, wenn der Standplatz über längere Zeit versteckt beobachtet wird. Dies ist aus wirtschaftlichen und personellen Gründen leider nur in sehr eingeschränktem Umfang leistbar.“

Eine Ursache des Problems sei vor allem die Standortwahl der Sammelstellen. „Der Entsorgungsverband Saar hat die Vorgabe gemacht, dass die Container in bebauter Ortslage aufgestellt werden müssen“, sagt Kleinblittersdorfs Bürgermeister Stephan Strichertz. Zwar sei auch in seiner Kommune der Lärm das kleinere Problem, dennoch strebe man Verbesserungsmöglichkeiten an.

„In Hanweiler beispielsweise ist der Sammelplatz in einem Gewerbegebiet“, so Strichertz, „der Idealfall wäre allerdings ein kleines Wertstoffzentrum direkt bei den Einkaufszentren. Dann könnte der Bürger gleich zwei Anliegen auf einem Weg erledigen. Das ist eine Lösung, die in Luxemburg oft angewendet wird.“

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