Musikschule ist vorerst gerettet

Mehrheitlich hat der Quierschieder Gemeinderat den Haushalt der Musikschule gebilligt. Die Finanzen durchleuchten sollen aber nun externe Wirtschaftsprüfer. Darüber wird im März entschieden.

Mit Stimmenmehrheit aus den Fraktionen von CDU , SPD und Linken hat der Quierschieder Gemeinderat am Donnerstagabend dem Haushalts- und Stellenplan der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal für das Jahr 2016 zugestimmt. Dafür muss Quierschied im eigenen Haushalt rund 200 000 Euro aufbringen. Fünf Ratsmitglieder enthielten sich, Alternative für Deutschland (AfD) und Freie Wähler (FW) lehnten das Zahlenwerk ab. "Ich habe am Montag mit der Sulzbacher Verwaltung und der Musikschule gesprochen. Dabei wurden alle offenen Fragen beantwortet", warb Stephan Chadzelek für die Zustimmung, die der Rat im Dezember noch verweigert hatte (wir berichteten). Seit 2004 ist der CDU-Politiker Mitglied im Zweckverband Musikschule, kennt die Problematik zwischen künstlerisch-pädagogischem Anspruch und finanzieller Wirklichkeit. Hauptverantwortlich für das Dilemma sei das Missverhältnis aus steigenden Personalkosten und stagnierenden Schulgeld-Einnahmen. "Die Strukturkommission 2011 hatte den Auftrag, die Musikschule langfristig zu sichern und gleichzeitig die notwendigen Umlagen der Trägergemeinden zu senken", erklärte Chadzelek, "das ist gescheitert." Das - und der von Quierschied ausgesprochene Austritt aus dem Zwckverband - bedeuten aber nicht zwangsläufig das Ende der Bildungseinrichtung. "Für uns ist der Erhalt der Musikschule ein erklärtes Ziel", betonte Timo Flätgen (CDU ) erneut für die Mehrheit der Ratsmitglieder, "das Kernproblem liegt für uns in der Organisationsform des Zweckverbands." Die macht es beispielsweise unmöglich, Nutzerinnen und Nutzer aus Kommunen außerhalb des Zweckverbandes beim Schulgeld stärker zur Kasse zu bitten. Die Musikschule in Püttlingen mit über 800 Schülern wird in Form eines Vereins geführt, der Zuschussbedarf durch die Kommune ist deutlich geringer als in Sulzbach und Quierschied . Musikschulleiter Uwe Brandt befürchtet durch eine Erhöhung des Schulgeldes eine Rückgang der Schülerzahlen und damit weitere finanzielle Verluste. Dass in sozialen Netzwerken derzeit vor allem Briefe von Eltern außerhalb des Zweckverbandsgebiets auftauchen, "zeigt, dass viele gar nichts verstanden haben", verwehrte sich Stephan Schmidt (SPD ) gegen die Art und Weise der momentanen Diskussion, "die Form, wie die Leitung der Musikschule in die Öffentlichkeit geht, können wir nicht hinnehmen. Sie schadet nur." Dazu passt, dass am Donnerstag eine Personalversammlung der Musikschule stattgefunden hat, zu der Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam als Zweckverbandsvorsteher eingeladen war, Amtskollegin Karin Lawall als stellvertretende Vorsteherin aber nicht. "Das ist für uns schon etwas befremdlich", bemühte sich Lawall um eine diplomatische Aussage. Quierschied wolle sich nicht länger als "die Bösen" hinstellen lassen, betonte Stephan Schmidt und erklärte weiter: "Wir versuchen, die Emotionen unten zu halten. Kultur ist gut und schön, aber nicht um jeden Preis. Wir nehmen die Aufgabe wahr, die uns die Wähler auferlegt haben." Zur Versachlichung der Diskussion beitragen soll nun ein externes Wirtschaftprüfungsunternehmen, das die Finanzhaushalte der Musikschule der letzten drei Jahre durchleuchten soll. Einen dementsprechenden Antrag will man in die nächste Sitzung des Zweckverbands Musikschule am 1. März einbringen. Mit den objektiven Ergebnissen wolle man dann ein Lösung für die Zukunft der Musikschule finden.