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Die letzte Schicht in Fischbach

Michael und Beate Breid in ihrem Metzgerei-Wagen. Foto: Thomas Seeber
Michael und Beate Breid in ihrem Metzgerei-Wagen. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Fischbach. Ein trauriger Anruf erreichte die SZ-Redaktion dieser Tage. Maria Neisius aus Fischbach bedauerte sehr, dass am vergangenen Samstag der einzige Verkaufsstand in Fischbach seine letzte Schicht absolviert hat. "Damit ist nicht nur eine weitere Einkaufsmöglichkeit, sondern auch ein lieb gewonnener Treffpunkt weggefallen" sagt sie. Und: "Fischbach ist heute nur noch ein totes, kaltes Dorf." Das Thema brennt ihr auf der Seele. "Als ich mit meinem Mann vor vielen Jahren von Dudweiler nach Fischbach gezogen bin, gab es hier noch sehr viele Angebote und Geschäfte." Dort, wo es seinerzeit noch Blumengeschäfte, einen Drogeriemarkt, Metzgereien, Bäckereien und anderes mehr zur Auswahl gegeben habe, zeige sich nun gähnende Leere. Zuletzt schloss der Dorfladen im Dezember (wir berichteten). An der Tür warnte damals ein Schild: "Wie wichtig der Händler ums Eck ist, weiß man erst, wenn er nicht mehr da ist." Petra Pabst

Ein trauriger Anruf erreichte die SZ-Redaktion dieser Tage. Maria Neisius aus Fischbach bedauerte sehr, dass am vergangenen Samstag der einzige Verkaufsstand in Fischbach seine letzte Schicht absolviert hat. "Damit ist nicht nur eine weitere Einkaufsmöglichkeit, sondern auch ein lieb gewonnener Treffpunkt weggefallen" sagt sie. Und: "Fischbach ist heute nur noch ein totes, kaltes Dorf." Das Thema brennt ihr auf der Seele. "Als ich mit meinem Mann vor vielen Jahren von Dudweiler nach Fischbach gezogen bin, gab es hier noch sehr viele Angebote und Geschäfte." Dort, wo es seinerzeit noch Blumengeschäfte, einen Drogeriemarkt, Metzgereien, Bäckereien und anderes mehr zur Auswahl gegeben habe, zeige sich nun gähnende Leere. Zuletzt schloss der Dorfladen im Dezember (wir berichteten). An der Tür warnte damals ein Schild: "Wie wichtig der Händler ums Eck ist, weiß man erst, wenn er nicht mehr da ist."


Dies ist nun auch traurige Wahrheit beim letzten Marktverkäufer des Ortsteils geworden. Wir fragten nach bei Beate Breid, die hier mit ihrem Mann den Metzgerei-Verkaufswagen unterhalten hatte. "Wir bedauern den Weggang aus Fischbach auch sehr und haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht", sagt sie. "Wir waren über 40 Jahre auf dem Marktplatz in Fischbach und haben viele treue Kunden in dieser Zeit gehabt. Aber wir sind nur ein kleiner Familienbetrieb, der mehrere Märkte pro Woche beschickt. Wir sind zeitlich und körperlich einfach nicht mehr in der Verfassung, den Standort künftig aufrechtzuerhalten. Solch ein Betrieb bedeutet mehr als nur verkaufen. All die zusätzlichen Arbeiten und Verpflichtungen im Hintergrund kosten viel Energie. Urlaub ist nicht möglich. Hinzu kommt, dass der Markthandel stetig rückläufig ist. "

Das kann auch Maria Neisius bestätigen. "Die meisten Leute fahren lieber zum Supermarkt außerhalb, wo sie alles direkt und an einer Stelle kaufen können. Wenn es so weiter geht, gibt es in bald gar kein Angebot mehr in Fischbach. Eine schwierige Situation vor allem für die älteren, nicht mobilen Menschen." Nun habe die Verkäuferin, die den Marktbetrieb in Fischbach geführt hatte, ihre Kündigung ausgesprochen, und der Punkt war gekommen, eine Entscheidung zu fällen. Ein Zurück wird es nicht mehr geben. Der Wagen ist bereits verkauft. "Wir haben schweren Herzens aufgehört," erzählt Beate Breid. "Die Kunden sind uns in den Jahren sehr ans Herz gewachsen." Ganz aufgehört haben die Breids aber nicht. Man findet sie noch immer mittwochs und samstags auf dem Markt in Quierschied, donnerstags in Friedrichsthal und freitags in Merchweiler.