Titel und Enttäuschungen

Was war das für ein Sportjahr: Überraschungen, Titel, Enttäuschungen - alles, was Sport ausmacht, wurde geboten. Die Sportfreunde Köllerbach erlebten eine Berg- und Talfahrt. Während der als Topfavorit auf den Aufstieg gehandelte Fußball-Saarlandligist mit Platz sechs in der Saison 2015/2016 weit hinter den Erwartungen zurückblieb, glänzte Köllerbach im Saarlandpokal. Erst im Halbfinale war Endstation. Gegen Regionalligist FC Homburg gab es eine 0:2-Niederlage. In der laufenden Saison läuft es für die Sportfreunde prima. Köllerbach belegt zur Winterpause als Tabellenzweiter den Aufstiegs-Relegationsplatz.

Wieder abgestiegen aus der Fußball-Saarlandliga sind die Herren des 1. FC Riegelsberg nach ihrem Aufstieg. Die Frauen des Clubs hatten Grund zum Feiern. Der Regionalligist holte mit dem 2:1 (1:0)-Sieg gegen Ligakonkurrent SV Dirmingen zum zweiten Mal nach 2014 den Saarlandpokal. Nach dem 3:0-Sieg in Runde eins gegen Ligakonkurrent ETSV Würzburg zogen sie im DFB-Pokal das große Los: Bayern München. Gegen den deutschen Meister gab es eine 0:15-Niederlage. Doch das Spiel vor 2000 Zuschauern war ein Erlebnis.

2032 Zuschauer erlebten das 24. Hallenmasters in der Hermann-Neuberger-Halle, das Fußball-Oberligist FV Diefflen gewann. Röchling Völklingen richtete das Endturnier zum zwölften Mal aus. Aufgrund der geringen Zuschauerkapazität im Vergleich zu anderen Hallen wohl zum letzten Mal. "Wir rechnen damit, dass es die letzte Auflage hier sein wird", sagte der Vorsitzende Wolfgang Brenner wehmütig. Freude bereitete ihm seine Oberliga-Mannschaft. Die Elf von Trainer Günter Erhardt klopft als Tabellendritter zur Winterpause an die Regionalliga-Tür.

Seinen Gegner weich geklopft hat Fliegengewicht-Boxer Mirco Martin im ersten Titelkampf seiner Profi-Karriere. Der Obersalbacher besiegte Szilveszter Kanalas aus Ungarn im Kampf um die internationale deutsche Meisterschaft durch K.o. in Runde fünf.

Eine tolle Runde spielten die Frauen des KSC Dilsburg in der Kegel-Bundesliga. Der KSC wurde Vizemeister. Zudem verteidigte Elke Radau-Lambert ihren Titel als deutsche Einzel-Meisterin.

Den Saarland- und den Südwestpokal gab es als Trost für die Spielerinnen des TV Holz nach einer Saison in der 2. Volleyball-Bundesliga, die mit dem Abstieg ohne Sieg endete. Den Rücktritt von Trainerin Doris Wandel und Topspielerin Steffi Höwer vor der Runde hatte der Club nicht verkraftet. Nach dem Abstieg holte er als Titelverteidiger erneut den Saarlandpokal durch den 3:0-Sieg im Endspiel gegen Regionalligist SSC Freisen . Der Drittligist sicherte sich dann durch das 3:0 im Finale gegen Zweitligist TG Bad Soden auch den Südwestpokal und qualifizierte sich fürs Achtelfinale des deutschen Pokalwettbewerbs. Gegen den mehrfachen deutschen Meister und Pokalsieger Rote Raben Vilsbiburg verlor die Mannschaft von Trainer Jörn Riemenschneider mit 0:3.

Ebenfalls den Titel als Saarlandpokal-Sieger verteidigt haben die Spieler der Baskets Völklingen. Sie besiegten im Pokalfinale Oberligist SG BBC Bous/Schaffhausen mit 79:41. In der 2. Basketball-Regionalliga landete die Mannschaft von Trainer Alfredo Pecorino auf Rang drei.

Auf Platz sechs hat der TTC Wehrden die Saison 2015/2016 in der Tischtennis-Regionalliga abgeschlossen. Danach wechselte Spitzenspieler Alexander Fischer zum luxemburgischen Meister DT Dudelange. Er hatte mit 21 Siegen bei 13 Niederlagen die beste Einzelbilanz der TTC-Spieler und war der Garant für den Klassenverbleib. Sein Nachfolger als Nummer eins ist Maxim Chaplygin. Mit dem Russen ist Wehrden zur Winterpause Siebter.

Die HSG Völklingen schloss die Saison auf Platz neun ab und war bester Aufsteiger. Der Handball-Oberligist verlor in Dorian Vallet seinen Topspieler, den es zurück in seine Heimat nach Frankreich zog. Er war im Saarlandpokal-Endturnier als bester Spieler ausgezeichnet worden. Die HSG hatte das Finale gegen Ligakonkurrent HF Illtal mit 23:26 verloren.

Die beste Spielerin der Handball-Oberliga verlor der HSV Püttlingen . Aleksandra Jelicic steht nur noch sporadisch zur Verfügung. Der HSV verteidigte noch mit Jelicic mit dem 24:15-Sieg im Finale gegen Ligakonkurrent SV Zweibrücken den Saarlandpokal und verpasste vergangene Saison als Tabellendritter knapp den Aufstieg in die 3. Liga. "Es war die erfolgreichste Saison der Clubgeschichte", sagte Trainer Hans-Werner Müller, dessen Mannschaft in Runde zwei des DHB-Pokals gegen Bundesligist Bayer Leverkusen mit 15:45 verlor, das Erlebnis aber wie "Weihnachten im Herbst" empfand.