Damit war nicht zu rechnen

Nach den Abgängen von Mila Cosic und Aleksandra Jelicic war bei den Handballerinnen des HSV Püttlingen unklar, wie es ohne die Leistungsträgerinnen in dieser Oberliga-Saison laufen würde. Antwort: Es läuft super.

Handball-Oberligist HSV Püttlingen war in den vergangenen Jahren vor allem eines: die Mannschaft von Mila Cosic und Aleksandra Jelicic. Die beiden waren nicht nur die Star-Spielerinnen des HSV, sie waren wohl auch die besten Spielerinnen der Liga und sorgten dafür, dass Püttlingen zwei Mal in Folge den Saarlandpokal gewann und vergangene Saison eine sensationelle Runde spielte, in der der HSV mit Tabellenplatz drei nur knapp den Aufstieg in die Regionalliga verpasste.

Im Sommer verließen beide Leistungsträger den HSV - die Erwartungen wurden also heruntergeschraubt, keiner glaubte, dass der HSV an die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte anknüpfen kann. Doch heute, nach zwölf gespielten Partien, steht Püttlingen schon wieder auf Platz drei - mit einer besseren Bilanz als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. "Es war nicht klar, wie schnell wir die beiden Spielerinnen, die ziemlich spielbestimmend waren, ersetzen können", sagt auch HSV-Trainer Hans-Werner Müller: "Der Knackpunkt war, dass sich die drei Spielerinnen, die im Sommer neu dazukamen, sofort in die Mannschaft eingefunden haben - sowohl spielerisch als auch menschlich. Mit ihnen sind wir im Spiel nach vorne nochmal viel effektiver, das ist absolut top."

Mit Lea Helle und Michelle Hartz stießen zwei erst 18-jährige Talente zum Verein, dazu kam die 27-jährige Florence Ulrich, die das Spiel der Püttlingerinnen als Linkshänderin ein gutes Stück unberechenbarer macht. Zusammen mit den Top-Torjägerinnen Marion Müller und Karoline Bittern sowie Abwehrchefin Kira Martin, die in dieser Saison "auf einem sehr hohen Niveau konstant sehr gute Leistungen abliefert", wie ihr Trainer Müller attestiert, bilden sie das Grundgerüst der Püttlinger Mannschaft, die in der laufenden Saison erst zwei Niederlagen einstecken musste.

"Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Sie haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", sagt Hans-Werner Müller: "Unser großer Vorteil ist, dass wir qualitativ einen sehr breiten Kader haben. Man kann Spielerinnen während der Partien immer durch andere ersetzen, ohne dass sich spielerisch etwas ändert. Jeder gibt immer Gas, jeder hilft jedem - da ist es wirklich egal, wer bei uns die Tore wirft."

Am 15. Januar steht für Püttlingen das letzte Vorrunden-Spiel auf dem Plan, dann ist man beim Zehnten TVT Mundenheim zu Gast, ehe es direkt mit der Rückrunde weitergeht. "Wir wollen so lange wie möglich an der Tabellenspitze dranbleiben und es da oben ein bisschen spannend machen", sagt Trainer Müller, der vom Wort Aufstieg aber nichts hören will: "Das waren jetzt zwölf anstrengende Spiele. Wir tanken jetzt Kraft auf und wollen im nächsten Jahr die Punkte holen, um oben dranzubleiben."