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Größte Sorge gilt dem Trinkwasser

Püttlingen. Die Flutung von Bergwerken bereitet vielen Menschen Sorgen, auch im Köllertal. Der Püttlinger Stadtrat fordert die Landesregierung auf, im Rahmen der Genehmigungsverfahren den Interessen von Mensch und Natur Vorrang einzuräumen. Andreas Lang

Einstimmig hat der Stadtrat Püttlingen in seiner jüngsten Sitzung einer gemeinsamen Resolution von SPD und CDU mit dem Titel "Vorrang für Mensch und Natur bei Grubenwasserhaltung" zugestimmt. Unter anderem fordert der Stadtrat darin die RAG (Ruhrkohle AG) als verantwortliches Unternehmen auf, größtmögliche Transparenz und Information in Bezug auf jegliche Änderungen bei der Grubenwasserhaltung im Saarland zu gewährleisten. Die RAG stehe in der Pflicht, über sämtliche Vorhaben und Maßnahmen breit und offen zu informieren und die Bedenken der Bevölkerung ernst zu nehmen und auf diese einzugehen. Weiter fordert der Rat die Landesregierung dazu auf, im Rahmen der Genehmigungsverfahren den Interessen von Mensch und Natur Vorrang einzuräumen. Solange und soweit eine Gefährdung von Mensch und Natur in Bezug auf Grund- und Trinkwasser, Gasaustritt, Erschütterungen oder ähnliches nicht zuverlässig ausgeschlossen werden könne, dürfe es keine Genehmigung von Flutungen geben. Die größte Sorge gilt dabei dem Trinkwasser. Das Saarland sei in der privilegierten Situation, dass praktisch der gesamte Trinkwasserbedarf aus hochwertigen Grundwasservorkommen gedeckt werden kann und zur Trinkwasserversorgung nicht auf aufbereitetes Oberflächenwasser zurückgegriffen werden muss. Es müsse deshalb alles getan werden, um diesen Schatz vor Beeinträchtigungen zu schützen, so argumentieren Christ- und Sozialdemokraten. So weit herrschte Einigkeit im Püttlinger Stadtrat.

Die Linksfraktion beantragte eine Ergänzung der Resolution, um den sofortigen Stopp der Flutung des Bergwerks Saar zu erreichen. Dies lehnten SPD und CDU ab. Christdemokrat Mark Reck: "Das würde bedeuten, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen, das gehört nicht in diese Resolution." Astrid Schramm , Fraktionsvorsitzende der Linke im Püttlinger Stadtrat: "Vor dem Hintergrund einer erhöhten PCB-Konzentration in saarländischen Flüssen und der immer noch unbekannten Lagerung von Giftstoffen unter Tage ist die Ablehnung unseres Antrags unverantwortlich. Solange nicht alle offenen Fragen restlos geklärt sind, muss die Gesundheit von Mensch und Natur höchste Priorität haben."

Astrid Schramm konnte neben ihrer eigenen Fraktion nur DKP-Mann Michael Schwindling dafür gewinnen, mit für ihren erweiterten Vorschlag zu stimmen, der somit keine Mehrheit fand.