Sag' mir, wo das Getriebe ist . . .

Sag' mir, wo das Getriebe ist . . .

SZ-Redakteurin Doris Döpke ist eine „Vermisst“-Meldung zu Ohren gekommen.

Großrosselns Rat hat einen neuen Tagungsort. Wo mal der Sitzungssaal war, brummt jetzt der Handel, dort sind zwei neue Einkaufsmärkte entstanden. Der zweite hat just mit einer Spendenaktion eröffnet (siehe ). Der Ort profitiert, die Schule profitiert, alle sind zufrieden, alle strahlen.
Alle? Nein, einer strahlt nicht mit. Der Heimatkundliche Verein Warndt vermisst etwas. Etwas Gewichtiges, wenngleich nicht Gewaltiges. Etwas Großes, doch Unauffälliges, viele Leute haben es nie wahrgenommen: ein Getriebe , in der Burbacher Hütte hergestellt und als geliehenes Schaustück vorm Sitzungssaal postiert. Anfang des Jahres fiel den Heimatkundlern auf: Ihr "Industriedenkmal" ist weg. Wo ist es hin?

Verschwunden war es schon länger, auf Dornröschen-Art, Hecken hatten es zugewuchert, berichtet der Bürgermeister. Als die Gemeinde Ende 2013 das Grundstück verkaufte, blieb das Getriebe im Gesträuch; niemand, sagt Dreistadt, habe gewusst, was es damit auf sich hat.

Niemand? Doch, die Heimatkundler. Und die verstehen die Welt nicht mehr: Der Bürgermeister persönlich habe das stählerne Stück, "symbolisches Räderwerk zwischen Großrosseln und Petite Rosselle", doch eingeweiht! Dreistadt? Nein, Walter Wewer. Der war Rathauschef von 1983 bis 1993 - "verdammt lang' her", hat die Band BAP mal gesungen. Da singt der Verein aber nicht mit. "Sag' mir, wo das Getriebe ist", lautet sein Text, "wo ist es geblieben?"

"Die Antwort weiß ganz allein der Wind", heißt es in einem dritten Lied. Doch falls auch Menschen was wissen: Bitte bei der SZ-Redaktion melden, E-Mail redvk@sz-sb.de. Wenn jemand einen Tipp hätte, wären - vielleicht - zum guten Ende alle zufrieden.