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Der Mai zeigt sich weiter launisch

Der Mai zeigt sich weiter launisch

Am wechselhaften Witterungscharakter des Mai wird sich bis Monatsende nicht mehr viel ändern - jetzt wissen wir: der richtige Wonnemonat fand schon im warmen April statt! Tief Diethelm über der Nordsee hat uns in dieser Woche Luftmassen polaren Ursprungs beschert.

Durch den Kaltluftvorstoß bis zum Mittelmeer bildete sich über Norditalien das kräftige Regentief Erik, welches in und an den Alpen ergiebige Wassermassen vom Himmel stürzen ließ. Zwischen den beiden Tiefs profitieren wir von einem Keil des Azorenhochs, das sich über das zentrale Mitteleuropa geschoben hat. Dabei kann sich jedoch keine stabile Hochdruckbrücke zum russischen Hoch aufbauen, so dass sich der Zwischenhocheinfluss zu Pfingsten als brüchig erweist.

Ganz trocken bleibt es wohl nicht, vor allem am Montag müssen wir mit Schauern rechnen. Auch in der letzten Maiwoche macht die Großwetterlage keine Anstalten, sich in Richtung beständige Frühsommerwitterung zu ändern. Vielmehr lenkt das für das typisch wechselhafte Atlantikwetter berüchtigte Azorenhoch in Verbindung mit Tiefs über dem Nordwesten und Norden Europas unablässig kühle und wolkenreiche Luftmassen aus Westen nach Deutschland. Bislang war jedoch die Regenausbeute der Tiefs bei uns im Mai sehr begrenzt - erst etwas mehr als ein Drittel des Monatssolls ist im Köllertal gefallen. Von daher ist es gut möglich, dass wir auf den vierten zu trockenen Monat in Folge zusteuern. Zum Start in das lange Pfingstwochenende ist es heute freundlich bei einer Mischung aus Sonne und Quellwolken bei Temperaturen um 18 Grad. Morgen schleicht sich eine schwache Front des Nordseetiefs Frieder ein, dessen Wirkung sich aber nur mit Durchzug kompakter Bewölkung bemerkbar machen wird, dahinter heitert der Himmel wieder auf, und es bleibt trocken. An Pfingstsonntag gibt sich die kleine Hochzelle Viola die Ehre mit viel Sonnenschein und einigen harmlosen Wolken.

Die Luft erwärmt sich auf 20 bis 22 Grad. Bereits am Montag greift erneut ein Tiefausläufer auf Deutschland über, bei wechselnder Bewölkung kann es einige Schauer geben, die Höchstwerte gehen auf 17 bis 19 Grad zurück. Danach setzt sich die kühle Nordwestströmung an der Ostflanke des kräftigen Atlantikhochs fort, das sich westlich vor Irland einnisten wird. Freundliche Phasen wechseln sich mit dichteren Wolken und Schauern ab. Mit 15 bis 20 Grad ist es kühl bis mäßig warm.