Schulische Reise-Sperenzchen

Kein Lehrer verfügt über meinen Geldbeutel." Das war der eiserne Spruch meines Vaters, als uns Schülern im Sulzbacher Gymnasium zumindest zwei Fahrten ins Ausland winkten. Ein Lehrer fuhr gern mit Schülern nach Griechenland, der andere in die USA.

Ich durfte nicht mit (siehe oben). Und einige andere auch nicht.

Ich habe die Einstellung meiner Eltern damals nicht geteilt. Ich tue es aber heute. Weil ich Eltern kenne, die ihren Kindern keine teuren Klassenfahrten bieten können. Ich weiß auch, wie diese sich fühlen, wenn die verreisten Klassenkameraden aufgekratzt zurückkehren und übersprudeln ob ihrer Erlebnisse im Ausland. Man kommt sich dabei recht minderwertig vor.

Aus diesem Grund habe ich mich gefreut, als Kultusminister Ulrich Commerçon diese Woche ein paar deutliche Worte über schulische Unternehmungen verloren hat. Solche Fahrten müssten in vernünftige Bahnen gelenkt werden, meinte er. Der Mann gibt zu bedenken, dass kostspielige Reise-Sperenzchen mehr Schaden anrichten können als nutzbringend sind. Und dass allein das Saarland über sechs Schullandheime verfügt. Diesen Gedanken ist wahrlich nichts hinzuzufügen.