Kleinblittersdorf: Stichwahl - Großrosseln: CDU-Mann wird Bürgermeister

Bürgermeisterwahlen in Kleinblittersdorf und Großrosseln : Zähl-Krimis bei Bürgermeisterwahlen

In Kleinblittersdorf gehen CDU- und SPD-Kandidaten in die Stichwahl – in Großrosseln siegt der CDU-Bewerber.

Die Bürgermeisterwahl in Kleinblittersdorf bleibt auch nach dem Superwahltag am Sonntag spannend. Acht Kandidaten waren für das Amt angetreten – ein Rekord. Laut dem vorläufigen Endergebnis ist Erika Heit von der CDU mit 26,3 Prozent stärkste Kraft. In die Stichwahl gehen wird sie mit Rainer Lang von der SPD, der mit 20,7 Prozent an zweiter Stelle liegt. Der zweite Platz in der Stichwahl war bis zum Auszählen des 20. Stimmbezirks umkämpft. Der parteilose Andreas Hollinger kam auf 17,3 Prozent der Stimmen und musste sich seinem Gegenkandidaten von der SPD knapp geschlagen geben.

Bei Heit überwog nach dem Ergebnis die Freude: „Es ist ein großer Vertrauensbeweis, dass wir in die Stichwahl gekommen sind.“ Lange dürfe diese Freude aber nicht währen. „In den nächsten Tagen geht es jetzt darum, zu kämpfen“, kündigte Heit an. „Wir treffen uns am Montagmorgen mit allen Ortsverbandsvorsitzenden, und dann wird beraten, wie es weitergeht.“ Auch Lang bedankte sich nach der Wahl für das in ihn gesetzte Vertrauen. Er werde seine gesamte Kraft weiterhin für die Gemeinde einsetzen. Für die kommende Stichwahl versprach er, „alle Argumente und Kräfte zu bündeln, um die Gemeinde mit all ihren Vorzügen zu erhalten“.

Die Stimmung im Rathaus war ruhig und angespannt. Bei den parteilosen Kandidaten machte sich dann aber schnell Enttäuschung breit. Lang blieb dem Rathaus den ganzen Abend fern. Auf seiner Wahlparty war die Stimmung zufrieden und ausgelassen. Heit wirkte auch nach dem Ergebnis noch etwas angespannt. Auch auf ihrer Wahlparty dominierte aber die Zufriedenheit mit dem Ergebnis.

Die Stichwahl wird am Sonntag, dem 9. Juni, stattfinden.

In Großrosseln mussten die beiden Kandidaten Markus Ernst (SPD) und Dominik Jochum (CDU) lange in Ungewissheit ausharren. So schnell die Rosseler Wahl-Zähler vorangegangene Wahlen abgeschlossen hatten – dieses Mal sorgten sie für einen lange währenden Krimi.  Im Rathaus hatten sich vorwiegend CDU-Mitglieder und -Anhänger eingefunden. Kandidat Jochum, der nach Auszählung der ersten drei Wahlbezirke deutlich vorne lag, mit 58 Prozent, blieb dennoch sichtbar unruhig und angespannt; denn da waren traditionelle SPD-Hochburgen und besonders wählerstarke Bezirke noch nicht ausgezählt – die Mehrheit hätte noch kippen können. Ähnlich die Stimmung in den benachbarten Räumen der Arbeiterwohlfahrt, die die SPD als Treffpunkt gewählt hatte. Immer wieder wurde es bei neuen Auszählungs-Einblendungen sehr still, bange Erwartung prägte die Atmosphäre: Würde das Ergebnis der Ortsteils Dorf im Warndt, mit rund 1500 Wählern, die Wende bringen?

Dem war nicht so, Polit-Neuling Jochum (34) hat die Wahl mit sicherem Vorsprung gewonnen. „Ich bin völlig überwältigt“, sagte er. Und dankte seinem „tollen Team“, das ihn 15 Monate lang im Wahlkampf begleitet habe. „Wir haben ganz viele junge Leute ins Boot geholt“, 22 Mitglieder der Jungen Union hätten auf Gemeinderats- und Ortsrats-Listen kandidiert; die Wählerinnen und Wähler hätten diesen Generationswechsel offenbar honoriert. Die Mischung aus jungen und erfahrenen Leuten könne, so hoffe er, das Beste für die Gemeinde Großrosseln werden.

BGM-Kleinblittersdorf 2019. Foto: SZ/Müller, Astrid
Die CDU Kleinblittersdorf feierte am Sonntagabend. Foto: Niklas Folz
Wahlparty des Kleinblittersdorfer SPD-Kandidaten Rainer Lang (Zweiter von rechts). Er tritt am Pfingtsonntag, 9. Juni, gegen die CDU-Kandidatin Erika Heit zur Stichwahl ums Bürgermeisteramt an. Foto: Niklas Folz

Markus Ernst zeigte sich als fairer Verlierer: „Ich wünsche meinem Kontrahenten alles Gute und viel Glück für Großrosseln“, sagte er, nachdem der Wahlausgang feststand. Für ihn sei die Wahl offen gewesen, er habe keine „Erwartungshaltung“ gehabt, wer am Schluss das Rennen machen werde. Natürlich bedeute eine verlorene Wahl Enttäuschung, „wenn ich was anderes sagen würde, würde ich lügen“; aber: „Der Souverän hat entschieden.“

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