Katzenammenstation St. Arnual hilft seit 35 Jahren ausgesetzte Jungtieren

Katzenretter feiern : Stippvisite im Daarler Katzenkinderhaus

Der Kampf gegen die Not von Katzen fordert Tierfreunde in St. Arnual Tag für Tag. Ein Fest gehört zu den wichtigsten Geldquellen der Helfer.

Augen funkeln aus seidigem Fell. Aus der Kehle kommt ein leises Schnurren. Ein Kätzchen blickt neugierig seine Retterin an. Mit dem Kleinen scheint alles in Ordnung zu sein. Für Friedericke Forner ist dies das Wichtigste. Sie  schaut sich ihre Schützlinge oft am Tag ganz aus der Nähe an.

Ein paar Meter weiter döst ein Kätzchen  friedlich vor sich hin, während wieder andere ihre Instinkte beim Spielen schärfen. 25 Jungtiere leben derzeit in der Katzenammenstation am St. Arnualer Stiftswald. Dort werden sie eine Weile bleben, sind sie doch noch für eine Vermittlung zu jung.

Forner und weitere Tierschützer lassen ihnen Zeit, schenken ihnen Liebe und artgerechte Pflege. Die Kleinen sollen alles mitbekommen, was zählt für ein glückliches Katzenleben. Der Start war hart genug.

Forner packt das, was Tag für Tag auf dem gepflegten Grundstück zu leisten ist, in einen einzigen Satz. „Wir ziehen entsorgte Katzenbabys mit der Flasche groß.“ Geschöpfe, von Tierquälern aus dem Weg geschafft wie Abfall. „Unseren Schützlingen ist an schlimmen Dingen schon fast alles widerfahren, was Sie sich nur vorstellen können“, sagt Forner.

Ihr ist unerklärlich, wie es jemand fertigbringt, 16 Katzenkinder in einen Schuhkarton zu stopfen und sie dann in einem furchtbaren Zustand bei der Ammenstation abzuliefern. Sogar 24 Welpen fristeten in einer verwahrlosten Wohnung ein kümmerliches Dasein. Bis sie in die Obhut der St. Arnualer Katzenschützer kamen.

Auf ihrem Grundstück geben die Forners seit 35 Jahren der Katzenammenstation St. Arnual ein Zuhause. Die Welpen sind vom Tierarzt versorgt und geimpft schließlich startklar für ein langes Glück bei neuen Besitzern.

Dahinter steht ein schwer arbeitender Verein. Für den Betrieb der Ammenstation ist Friedericke Forner verantwortlich, unterstützt von weiteren Idealisten. Ohne diesen harten Kern, der sich auch ums Geld kümmert, wäre der Verein aufgeschmissen.

Er braucht die Einnahmen aus den Flohmärkten an der Schlossmauer. Vor allem aber füllen die Sommerfeste auf dem idyllischen Daarler Grundstück (siehe Info) die Kasse für die nächsten Herausforderungen.

Denn die kommen unweigerlich, wo so viele Tierschicksale aufeinandertreffen. Umso wichtiger ist Forner das neue Zuhause der Kleinen. „Wir vermitteln keine Freigänger, sondern nur noch Wohnungskatzen.“ Und der Verein besteht auch darauf: „Wir melden uns nach einem halben Jahr wegen der Kastration der Tiere.“ Vereinsmitglieder holen sie ab und lassen den Eingriff bei einem Veterinär erledigen, der ständig mit der Ammenstation zusammenarbeitet.

Den Lohn für alle Mühen sieht Forner im Verhalten der Katzen, das sie auch nach Tausenden von Vermittlungen noch immer staunen lässt. „Die Babys suchen sich ihre Menschen selber aus.“ Im dann folgenden Miteinander von Tier und Mensch  entstehe eine Dankbarkeit, die ein Leben lang hält.

Jetzt freuen sich die Katzenretter von St. Arnual erst einmal darauf, ihre Arbeit in einem besonderen Rahmen zu präsentieren. Beim Sommerfest am 6. und 7. Juli gibt es den Einblick in die Tierschutzarbeit, und zwar reichlich garniert mit einem Unterhaltungsprogramm.

All das geschieht, damit kleine Fellbündel von St. Arnual aus das große Glück finden.

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