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Er ist der Helfer im Hintergrund

Peter Comtesse kümmert sich um die Haustechnik der Caritasklinik St. Josef und damit auch um die Heizung.
Peter Comtesse kümmert sich um die Haustechnik der Caritasklinik St. Josef und damit auch um die Heizung. FOTO: Iris Maurer
Dudweiler. Wer denkt schon gern ans Krankenhaus – solange er gesund ist? Hauptsache, das Krankenhaus ist da, und wir fühlen uns sicher, weil für den Notfall alles bereit steht: Geräte und vor allem hilfsbereite Menschen. Genau um diese Menschen geht es in unserer Serie „Arbeitsplatz Krankenhaus“. Wir stellen die vor, die uns helfen, falls uns das Glück verlässt. Heute: Peter Comtesse. Gerrit Scherer

"Bist du Peter Lustig ?", fragte ein kleiner Junge und zupfte den grauhaarigen Mann an seiner - damals noch blauen - Latzhose.



Der Mann, der mit Peter Lustig auch noch den Vornamen gemeinsam hat, erinnert sich gern an diesen Moment. "Da stand mein Spitzname natürlich fest", sagt Peter Comtesse.

Erlebt hat er das Ganze vor einigen Jahren in der Eingangshalle der Caritasklinik St. Josef in Dudweiler . Dort arbeitet der 63-Jährige meist im Hintergrund, und zwar seit 20 Jahren.

Als Werkstattleiter des Krankenhauses verteilt er Aufgaben an sein fünfköpfiges Team, macht Verwaltungsarbeit und wartet alle technischen Einrichtungen außer den medizinischen Geräten.

"Die meisten Dinge, an denen ich arbeite, sind von außen nicht zu sehen, der Heizungsraum zum Beispiel", sagt Comtesse. Er erfasst auch, wenn Material gebraucht wird, und gibt Bestellungen auf. Der gelernte Elektroinstallateur ist aber auch dann zur Stelle, wenn etwas nicht funktioniert.

"Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Firma ist, dass wir hier für alles zuständig sind, vom defekten Toilettendeckel bis zur Alarmanlage", erzählt er. Wie für Ärzte gilt nachts auch für Comtesse Rufbereitschaft, bei der er das Krankenhaus in 15 bis 20 Minuten erreichen muss. "Wenn jemand im Aufzug feststeckt und Angst hat, können wir den ja keine zwei Stunden warten lassen", sagt der 63-Jährige.

Beim Klinikpersonal ist Comtesse bekannt wie ein bunter Hund. Wenn er seinen Rundgang durch die Flure macht, grüßen ihn Pfleger, Krankenschwestern und Ärzte . Oft klopfen sie ihm im Vorbeigehen auf die Schulter: "Alles klar, Peter?" - Antworten wie "Wir machen es klar" sind typisch für Comtesse.

"Mit einer guten Atmosphäre geht vieles leichter von der Hand", sagt er und fügt hinzu: "Über so viele Jahre lernt man sich natürlich kennen, die guten Seiten, aber auch die Macken." Neue Ärzte kommen bei Dienstantritt als Erstes mit Comtesse in Kontakt. Denn er bereitet ihren Schreibtisch vor, richtet die Telefonanlage und den Computer ein. Mit Patienten hat er nicht viel zu tun.

Nur manchmal wird er zu einem klärenden Gespräch gerufen, wenn die sich beispielsweise über Baulärm im Haus beschweren oder nicht verstehen, warum bestimmte Dinge erst am nächsten Tag repariert werden können. Nach dem Gespräch seien die meisten einsichtig, sagt Comtesse: "Ein Krankenhaus ist eben kein Hotel", ergänzt er und meint, dass die moderne Empfangshalle des Hauses da ein Nachteil sei: "Sie gefällt mir sehr, aber dadurch haben Patienten natürlich bestimmte Erwartungen, was Serviceleistungen angeht."

Im Oktober geht Comtesse in Rente. Er vermutet, dass ihm vor allem die Kollegen fehlen werden. "Und das gemeinsame Lösen von Problemen, das werde ich sicher vermissen", sagt Comtesse.

Mit den anderen Mitarbeitern will er auf jeden Fall in Kontakt bleiben: "Wahrscheinlich komme ich auch öfter mal auf einen Kaffee vorbei."