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Bäume versperren Wanderwege

Revierförster Nils Lesch gestern im Wald bei Dudweiler. Foto: Dennis Langenstein
Revierförster Nils Lesch gestern im Wald bei Dudweiler. Foto: Dennis Langenstein FOTO: Dennis Langenstein
Dudweiler. Gefällte Bäume und Holzreste behindern Spaziergänger im Wald zwischen Dudweiler und Neuweiler. Antworten auf Beschwerden eines SZ-Leser-Reporters kommen von Revierförster Nils Lesch. Dennis Langenstein

"Ich möchte hier von einem, wie ich finde, sehr ärgerlichen Fall berichten, der im krassen Gegensatz zu den touristischen Werbungen der Landesregierung steht", schreibt Leser-Reporter Peter Gottfreund. Denn zwischen Februar und März dieses Jahres wurden im Wald bei Dudweiler, zwischen der L 250 und Neuweiler, viele Bäume gefällt. "Die verwertbaren Stämme wurden entlang gut befahrbarer Wege gelagert, der Abfall - Baumkronen und Ähnliches - blieb im Wald liegen und macht die Wanderwege unpassierbar", schreibt der Leser-Reporter. An diesem Zustand habe sich nichts geändert. Betroffen sei auch der Weg parallel zur L 250 zwischen Dudweiler und Neuweiler, berichtet Gottfreund: "Für Radfahrer die einzige Alternative zur engen und stark befahrenen L 250 von und nach St. Ingbert, wenn sie nicht große Umwege in Kauf nehmen wollen. Ich finde es schon recht merkwürdig, dass einerseits Steuermittel für die Sanierung von Wanderwegen und das Aufstellen von Informationstafeln ausgegeben werden und andererseits diese Bemühungen durch die Maßnahmen von Saarforst zunichtegemacht werden."



Revierförster Nils Lesch ist die Situation bekannt. Der andauernde Regen habe die Wege und Hänge in den Wäldern aufgeweicht. "Mit schweren Maschinen richten wir zurzeit mehr Schäden als Nutzen an", sagt der Förster. "Die Bodenverwundung wäre einfach zu groß." Auf ebenen Flächen sei der Transport noch möglich gewesen, doch an Hängen sei es zurzeit schlicht unmöglich. Lesch zeigt eine Stelle, an der er mit Arbeitern einen Versuch gestartet hat.

Die Fahrspur ist dort bis zu 15 Zentimeter tief: "Daraufhin mussten wir abbrechen", sagt der Förster. "Ich wäre froh, wenn das Holz draußen wäre." Denn auch seine Kunden verlangen Holz , doch diese müsse er immer wieder vertrösten. Mindestens drei Wochen Sonnenschein wären nötig, damit der Boden genügend durchtrocknet. Im schlimmsten Fall müsse er warten, bis der Frost einsetzt. Der Abfall von den die Kronen bleibe im Übrigen mittlerweile im Wald liegen: "Holz , das dünner als zehn Zentimeter ist, bleibt im Wald, um die Nährstoffe zurückzuführen. Früher wäre es verbrannt worden", sagt Lesch. Das Gestrüpp biete zudem Wohnraum für Lebewesen und sei ein natürlicher Schutz für junge Bäume .

Gottfreund sorgt sich jedoch auch um mögliche Schäden: "Es gibt weder Hinweis- noch Verbotsschilder. Wer ist eigentlich verantwortlich, wenn ein Wanderer oder Radfahrer in der irrigen Meinung, er müsse nur ein, zwei Stämme überqueren, einen solchen mit Hindernissen übersäten Weg begeht und sich verletzt?" Hier kommt die Antwort von Saarforst-Pressesprecherin Heidi Schneider: "Jeder darf den Wald betreten, doch ist er Natur. Somit ist jeder auch eigenverantwortlich, wohin er geht." Soll heißen: Den Wald betritt jeder grundsätzlich auf eigene Gefahr.

Etwas anders liege es bei "naturuntypischen Einrichtungen wie Hinweisschilder und Bänken". Hier müsse der Saarforst im Umkreis von 40 Metern dafür Sorge tragen, dass etwa kein totes Holz aus den Bäumen fällt und Menschen gefährdet. Schneider bittet, auf keinen Fall Hinweisschilder und Absperrungen, etwa in der Nähe von Waldarbeiten, zu ignorieren. Sonst bestehe unter Umständen Lebensgefahr.

Den Tipp für den Artikel bekamen wir von Leser-Reporterin Peter Gottfreund aus Dudweiler. Wenn Sie Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter Tel. (0681) 59 59 800, mailen Sie an leser-reporter@sol.de oder nutzen Sie das Formular: www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter