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Auf dem Weg zum Piano-Profi: David Heiner

Allround-Talent am Piano : Lorbeeren für den Tastenkönner

David Heiner, der ganz besondere Barpianist, wird erstaunlich vielen musikalischen Rollen gerecht.

„Ella & Louis“ heißt ein neuer Jazzclub im Mannheimer Rosengarten. Hier kann man David Heiner hautnah erleben – als einen der „Barpianisten“, die sich mit Blue-note-Klassikern hören lassen. Durch Pressemeldungen in ganz Deutschland bekannt wurde der vielseitige Wahl-Mannheimer (geboren 1993 in Bad Dürkheim) nun freilich als „bester Instrumentalist“ des Wettbewerbs „Local Heroes“ für Popbands. Zum 2018-er Finale der bundesweiten Ausschreibung war David Heiner mit der Formation „OQmanSolo“ nach Salzwedel gereist, um das Saarland zu vertreten. Die Teilnahme kam über den vom Musikbüro Saar veranstalteten Wettbewerb „Battle of the Bands“ zustande, erzählt der angesichts solcher Lorbeeren überraschte Pianist: „Ich habe nicht damit gerechnet, fühlte mich förmlich überrumpelt“. Neben den Preisen für die Gruppen (Sieger wurden „Perez“ aus Baden-Württemberg) wurden auch beste Sänger und Instrumentalisten ausgezeichnet, erläutert David Heiner – er erntete von der Jury gleichermaßen Lob für seine Solo- und Begleitarbeit bei OQmanSolo und durfte als Preis ein Qualitäts-Mikrofon mit nach Hause nehmen.

In vielen Pressemeldungen wurde der gebürtige Pfälzer und Wahl-Baden-Württemberger David Heiner dann kurzerhand als Saarländer gehandelt. Tatsächlich sind seine Verbindungen hierher umfangreich: Fünf Jahre lang studierte er an der Hochschule für Musik Saar (HfM) Klavier „im künstlerisch-pädagogischen Profil“ bei Kristin Merscher – das Klassikstudium schloss er 2018 mit dem Bachelor of Music ab. Zusätzlich absolviert David Heiner seit dem Wintersemester 2017 ein Studium im Fachbereich Jazz- und Popularmusik an der Musikhochschule Mannheim mit Jazzklavier als Hauptfach. Daher der Umzug an den Neckar. In Saarbrücken habe es ihm „super“ gefallen: Das Hochschulklima und Studentenleben mit den obligatorischen Kneipenbesuchen waren „sehr gemütlich und entspannt“. Mannheim empfinde er als „städtischer, lauter, abgezirkelter“. Kein Problem freilich für einen, der musikalisch alle Hände voll zu tun hat, ob nun in Übungsraum, Studio oder auf dem Live-Podium.

Zu den schwarzweißen Tasten fand er im Alter von acht über die Großmutter, die eine Heimorgel besaß. Mit 16 kam der E-Bass dazu, als Nebeninstrument. Seine Vorliebe für Piano und Co. hänge mit den orchestralen Möglichkeiten und der klanglichen Bandbreite der Tasteninstrumente zusammen, so David Heiner. Obendrein nutzt er elektronische Keyboards, um auch diesen möglichst authentische Farben zu entlocken. Kein Wunder, hört David Heiner privat doch am liebsten urige Sounds der 60er und 70er Jahre, von Hendrix, Doors, Led Zeppelin; dazu Grunge-Kapellen der 1990er. Favorisierte Jazzer sind Thelonious Monk, Charles Mingus und Bill Evans. Klassisches schließlich genießt er besonders gern aus der Feder von Bach, Chopin, Brahms oder Strawinsky. Als bevorzugten Pianistenkollegen der ernsten Muse nennt er Krystian Zimerman.

Aktuelles Klassikprojekt ist ein Duo mit der Sopranistin Michelle Nicklis – die beiden gestalten Programme mit Kunstliedern und Arien von Purcell, Mozart und Puccini. Im Popsektor gibt es natürlich OQmanSolo, immer noch in Sachen Battle of the Bands unterwegs, um den Frontmann Markus „Oku“ Okuesa („Oku and the Reggaerockers“): David Heiner begann bei OQmanSolo vor zwei Jahren als Aushilfe, heute zählt er als „Familienmitglied“. Gründungsmitglied ist er beim 2010 formierten Mannheimer Trio „Stoned Freedom“; gleichfalls Mann der ersten Stunde ist hier sein älterer Bruder Sebastian Heiner (Gesang, Gitarre): Bei ihrer Mischung aus Blues, Funk und Rock betätigt sich David Heiner auch als Songwriter. Als spannende, weil solistische Herausforderung sieht der Tastenkönner den eingangs erwähnten Barjazz mehrmals im Monat im Mannheimer Edel-Laden „Ella & Louis“ (benannt nach den swingenden Paarläufen von Ella Fitzgerald und Louis Armstrong): „Man fühlt sich exponiert, aber es macht viel Spaß.“ Dem angehenden Profi ist Lampenfieber nicht fremd: „Eine Sache, die man nie ganz verliert – man ist wacher.“ Für die Zukunft wünscht er sich eine gute Mischung aus jenem Nervenkitzel, also dem Musizieren – ob nun auf der Bühne oder im Sound-Atelier – einerseits, und dem Unterrichten. Mit Letzterem verbindet Heiner ebenfalls positive Erfahrungen: „Es macht mir Freude und ist keinesfalls nur eine lästige Pflicht“.

Live am 19. Januar, 20 Uhr, im Saarbrücker JuZ-Försterstraße: Finale Battle of the Bands (1. Tag), mit „OQmanSolo“. Komplettes Programm 19./20. Januar: www.musikbuerosaar.org