Schuldenbremser liebt St. Ingbert

Axel Spies ist im Finanzministerium zum Staatssekretär aufgestiegen. Der Wahl-St. Ingberter glaubt an die Umsetzung der Schuldenbremse. Und an die Zukunft St. Ingberts, dessen Infrastruktur er zu schätzen weiß.

St. Ingbert. Zurückzukehren ist das schönste Kompliment an eine Stadt. Axel Spies hat St. Ingbert damit beschenkt. Geboren in Scheidt und in St. Ingbert zur Schule gegangen, lebte der 59-Jährige während der 1980er Jahre in der Mittelstadt. Danach zog er nach Saarbrücken. Seit vier Jahren, erzählt der neue Staatssekretär im Finanzministerium zu Gast in der Redaktion, lebt er wieder in St. Ingbert: "Nachdem die Kinder erwachsen waren, haben wir uns verkleinert und auf dem Hobels gebaut."Der Wahl-St. Ingberter hat eine geradlinige Karriere gemacht und dabei über den Tellerrand geschaut. In seiner Vita taucht neben den verschiedenen Funktionen in der Steuer- und Finanzverwaltung nämlich auch ein Intermezzo beim Saarländischen Rundfunk auf. Von 1992 bis 94 war er dort Personalabteilungschef. Zuletzt aber war Spies Haushaltsdirektor des Finanzministeriums. Jetzt hat er innerhalb der neuen Landesregierung unter Minister Stephan Toscani seinem beruflichen Werdegang eine Position mit Strahlkraft hinzugefügt. Als Staatssekretär hat er den wichtigsten Job im Haus der saarländischen Finanzen hinter dem Minister inne. Mit Toscani und Spies, lässt sich auch sagen, liegt die Verantwortung der Landeskasse in St. Ingberter Händen.

Auf den Karriereschritt angesprochen, antwortet Spies mit der überlegten Souveränität des Finanzexperten: "Das ist eine Weiterentwicklung. Als Staatssekretär vertrete ich den Minister auch bei politischen Fragen und stehe mehr in der Öffentlichkeit." Dies kann er jetzt im politisch ruhiger scheinenden Modell der großen Koalition tun. Ruhigere Zeiten sieht er jedoch nicht am Horizont heraufziehen: "Wir haben seit 2011 die Schuldenbremse. Wenn man das organisieren will, sind jedes Jahr erhebliche Einschnitte notwendig."

Die Neuverschuldung muss bis 2020 auf Null runter. Verbunden damit sind jährlich 260 Millionen Euro Konsolidierungshilfen vom Bund. Geld, auf das das Saarland keinesfalls verzichten könne, sagt Spies. Streng über das Einhalten des eingeschlagenen Pfades zu wachen, dürfte ihm keine neuen Freunde einbringen. Irritieren kann ihn diese Perspektive offensichtlich nicht. Die Schuldenbremse bezeichnet er ganz sachlich als "machbar". Die Grundpfeiler: Stelleneinsparungen über Altersabgänge, Durchforsten der Verwaltungsebenen, Kooperationen und eine "ordentliche Entwicklung auf der Einnahmenseite".

Dem Schuldenbremser ist nicht bange ums Land. Auch nicht um St. Ingbert. Die "liebenswerte Stadt" mit ihrer guten Infrastruktur habe Zukunft, sagt Spies.

Zur Person

Axel Spies, Jahrgang 1952, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Am staatlichen Realgymnasium (heute Leibniz) in St. Ingbert machte er Abitur. Nach dem Jurastudium hat er 1979 bis 81 an der Saar-Uni promoviert. Innerhalb seiner Laufbahn war er sieben Jahre Leiter des St. Ingberter Finanzamtes. Für die CDU saß er von 89 bis 93 im St. Ingberter Stadtrat. mbe

Mehr von Saarbrücker Zeitung