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BUND will generelles Tempolimit von 120 auf Saar-Autobahnen

BUND will generelles Tempolimit von 120 auf Saar-Autobahnen

Saarbrücken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erwartet von der neuen Landesregierung, dass sie ein flächendeckendes Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf saarländischen Autobahnen einführt. BUND-Landeschef Christoph Hassel (Foto: SZ) sagte der SZ, dies sei nötig, um den Spritverbrauch und den Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid zu verringern

Saarbrücken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erwartet von der neuen Landesregierung, dass sie ein flächendeckendes Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf saarländischen Autobahnen einführt. BUND-Landeschef Christoph Hassel (Foto: SZ) sagte der SZ, dies sei nötig, um den Spritverbrauch und den Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid zu verringern. Zugleich müsse die neue Saar-Regierung viele Straßenbauprojekte auf den Prüfstand stellen, so Hassel. Das gelte etwa für die Ortsumgehung Besseringen, die Südumgehung Riegelsberg, die Osttangente Völklingen nach Püttlingen und die A 1-Verschwenkung zur A 623. Ferner dürfe es keinen Landeszuschuss für die Untertunnelung der A 620 beim Projekt "Stadtmitte am Fluss" geben.Der BUND lehne auch einen weiteren Ausbau der L 108 als Zubringer zum Flughafen Ensheim ab, so Hassel. Bevor man zu Gunsten des Flughafens weitere Zuschüsse gewähre, sollte man sich erst mit Rheinland-Pfalz über eine Zusammenarbeit bei den Flughäfen in der Region verständigen. Der BUND-Landeschef forderte ferner eine massive Ausweitung der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Im forcierten Ausbau erneuerbarer Energien liege die Chance, neue zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen. Auf den Liegenschaften des Landes sollten - soweit sinnvoll - flächendeckend Fotovoltaikanlagen installiert werden, verlangte Hassel. Sofern Kraftwerke auf fossiler Basis noch übergangsweise nötig seien, kämen nur Gaskraftwerke mit hohem Nutzungsgrad und Kraft-Wärme-Kopplung in Frage, keinesfalls aber Kohlekraftwerke. Zum Erhalt der Artenvielfalt fordere der BUND eine Aufstockung der Mittelansätze für die Biodiversitätsstrategie, sagte Hassel weiter. Um den Flächenverbrauch im Land einzudämmen, dürften ferner keine Baugebiete außerhalb bestehender Siedlungsgebiete mehr ausgewiesen werden. Großen Wert lege der BUND auf eine Erweiterung des Umweltministeriums um die Bereiche Energie und Verkehr. Nur so könne man künftig zu einer Umweltpolitik aus einem Guss gelangen. nof