So stehen die Chancen der Landtags-Kandidaten

So stehen die Chancen der Landtags-Kandidaten

St. Ingbert/Blieskastel. Die Meinungsforscher sagen einen ausgesprochen spannenden Wahlsonntag voraus. In den denkbaren Koalitionsblöcken CDU/FDP einerseits und SPD/Linke/Grüne andererseits gedacht dürfte es eng werden bei der Wahl zum künftigen Landtag

St. Ingbert/Blieskastel. Die Meinungsforscher sagen einen ausgesprochen spannenden Wahlsonntag voraus. In den denkbaren Koalitionsblöcken CDU/FDP einerseits und SPD/Linke/Grüne andererseits gedacht dürfte es eng werden bei der Wahl zum künftigen Landtag. Nicht nur interessierte Bürger werden gebannt die Stimmenauszählung verfolgen, auch die Kandidaten der einzelnen Parteien werden ganz genau hinschauen, geht es doch um ihre persönliche Zukunft. Unsere Region ist derzeit mit fünf Mandatsträgern im Landtag vertreten: Die beiden Blieskasteler Silke Kohl und Günter Becker sowie Stephan Toscani und Markus Gestier aus St. Ingbert für die CDU. Aus den Reihen der SPD der Gersheimer Stefan Pauluhn. Allesamt finden sie sich auf der Kreisvorschlagsliste wieder, allerdings in ganz unterschiedlich aussichtsreicher Position. Pauluhn und Toscani stehen jeweils auf Platz zwei und haben damit sozusagen ein sicheres Ticket. Auch Becker ist mit Platz fünf in guter Position. Weiter hinten auf den Listen wird es eng, wie der St. Ingberter CDU-Mann Gestier aus eigener Erfahrung weiß. 2004, als die CDU landesweit stolze 47,5 Prozent bekam, stand er auf Platz 15. Im Ost-Kreis erhielt die CDU damals zehn Mandate, Gestier war also fünfter "Nachrücker". Durch verschiedene Wechsel in der CDU-Fraktion kam der St. Ingberter dann im vergangenen Jahr doch noch in den Landtag, als Klaus Roth auf den Homburger Bürgermeisterposten wechselte. Jetzt schätzt der Fraktionschef der St. Ingberter CDU-Stadtratsfraktion seine Chancen - bei Listenplatz 14 - realistisch ein: Er wird sich in Saarbrücken verabschieden müssen. Dieses Schicksal dürfte Silke Kohl teilen, die auf Rang 11 steht. Mit Blick auf die Kreisliste findet sich bei den Sozialdemokraten neben Pauluhn noch die St. Ingberterin Mathilde Thiel auf dem eher aussichtslosen achten Platz. Die kleineren Parteien müssen zunächst die Fünf-Prozent-Hürde meistern. Die Grünen, derzeit mit zwei Abgeordneten im Landtag, haben den St. Ingberter Markus Schmitt auf Position eins der Kreisliste gesetzt. Bei der Familien-Partei (2004 errang sie drei Prozent) stehen die St. Ingberter Patrik Kohl (Wahlkreis Saarbrücken) und Heinz Dabrock (Wahlkreis Neunkirchen) auf dem ersten Rang. Ebenfalls einen ersten Listenplatz hat der Blieskasteler Elmar Becker, Freie Wähler.Ob viele Kandidaten des Ostsaarlandes den Sprung ins Parlament schaffen, hängt davon ab, ob sich die Bürger im Wahlkreis Neunkirchen stärker mobilisieren lassen als in den beiden anderen Wahlkreisen Saarbrücken und Saarlouis. Denn die Wahlkreise stehen bei der Zuteilung der gewonnenen Mandate an die Kandidaten der Parteien in Konkurrenz. Von den 51 Landtagssitzen werden zunächst 41 über die Wahlkreislisten und dann zehn über die Landeslisten mit den Spitzenkandidaten vergeben. Die Wähler eines Wahlkreises unterstützen somit nicht nur eine Partei im Allgemeinen, sie sorgen bei starker Beteiligung auch dafür, Parlamentarier aus ihrer Region nach vorne zu bringen. Anders als bei der Bundestagswahl in vier Wochen hat jeder Wähler am Sonntag nur eine Stimme. Wer sich den Stimmzettel schon mal anschauen möchte, kann dies im Internet tun.

HintergrundIm Wahlkreis Neunkirchen mit den Landkreisen St. Wendel, Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis sind 308 174 Bürger zur Landtagswahl am Sonntag, 30. August, aufgerufen. Die Bürger finden dabei auf dem Stimmzettel neun Parteien vor: CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, Familien-Partei, Freie Bürger Union, Freie Wähler/Bürgerbündnis und NPD stehen zur Wahl. Die Partei "Gesundheit und Recht" tritt in diesem Wahlkreis nicht an. 2004 hatten es vier Parteien in den Landtag geschafft. Die CDU errang 47,5 Prozent der Stimmen, das waren 27 Mandate und damit die absolute Mehrheit. Die SPD kam auf 30,8 Prozent und 18 Sitze, die Grünen (5,6 Prozent) und die FDP (5,2 Prozent) bekamen jeweils drei Mandate. Barbara Spaniol hat zwischenzeitlich die Grünen verlassen und ist zur Linken gewechselt. Sie ist im Landtag fraktionslos. mbe