"Höfche" soll Tourismus ankurbeln

Rentrisch. Ob "Lottenhammer", "Rentrischer Hammer" oder "Höfche": Das Rentrischer Industriedenkmal des ehemaligen Hammerwerkes prägte den Ort wie kein anderes. In diesem Jahr wird das "Höfche" 250 Jahre alt

Rentrisch. Ob "Lottenhammer", "Rentrischer Hammer" oder "Höfche": Das Rentrischer Industriedenkmal des ehemaligen Hammerwerkes prägte den Ort wie kein anderes. In diesem Jahr wird das "Höfche" 250 Jahre alt. Grund für den Heimatkundlichen Arbeitskreis Rentrisch (HAK) und die Initiative Alte Schmelz, mit einer Feier am vergangenen Samstag an das 1759 errichtete Gebäude zu erinnern. Zwar hatte man ursprünglich vor, direkt am Scheidter Bach an der Grenze zum St. Ingberter Stadtgebiet am "Lottenhammer" zu feiern, dies erlaubte jedoch der Eigentümer Saarstahl nicht. Dennoch will man sich von den Plänen, das Industriedenkmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stellen, nicht abbringen lassen, wie Karl-Heinz Dewald, der Vorsitzende des HAK, betonte. So soll die gemeinsame Veranstaltung mit der Initiative Alte Schmelz am vergangenen Samstagnachmittag im Rentrischer Kulturhaus auch nur der Auftakt für weitere darstellen, damit beide Vereinigungen auf Dauer zu einer Restaurierung des Objektes beitragen können. Wie Klaus Güttes von der Initiative Alte Schmelz betonte, sei Saarstahl kein einfacher Partner in Sachen Denkmalpflege. Dies habe man bereits erfahren müssen. Die Tochtergesellschaft und der Konzern selbst seien sich, so Güttes, ihrer besonderen Verantwortung nicht bewusst. Er appellierte hier an das Landesdenkmalamt. Die Behörde könnte ihre Aufgabe an dieser Stelle energischer wahrnehmen. Schließlich handle es sich beim "Lottenhammer" um das älteste Zeugnis der Industrialisierung in St. Ingbert; gar älter als die Alte Schmelz. Unterstützung gab es auch vom Ortsrat: Ortsvorsteher Dieter Schörkel teilt mit, dass man die Rentrischer Talaue, und somit auch das "Höfchen", mit in den Dorfentwicklungsplan aufgenommen habe. Der "Lottenhammer" könne somit den Schlusspunkt touristischer Wege darstellen und ein möglicher kultureller Kontrapunkt am Rande der Biosphäre sein. Wegen des musealen Charakters müsse der Verfall des Objektes gestoppt werden. Unterstützung erhielt der Ortsvorsteher auch vom Stadtbaudirektor Martin Ruck, der - selbst aus Rentrisch stammend - mit dem Objekt Kindheitserinnerungen verbindet. Für die Vermittlung von finanziellen Hilfen will sich auch Dr. Richard Schneider vom Landesdenkmalamt einsetzen. Für Schneider sei es von Bedeutung, dass man eine neue Nutzung für das Gebäude finde. Damit die Besucher sich in die geschichtlichen Zusammenhänge einfinden und die Bedeutung des "Lottenhammers" entsprechend einordnen konnten, hatte der HAK mit einem umfangreichen Vortrag von Professor Dr. Hans Jörg und einer Präsentation von Günter Latz für ausreichend Hintergrundinformation gesorgt. Dr. Susanne Nimmesgern von der Initiative Alte Schmelz stellte mit ihrem Vortrag Catharina Loth, nach der das Objekt auch benannt wurde, vor. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Musikverein Rentrisch unter der Leitung von Daniel Paul.