Rattenplage : Von Ratten und Menschen

Sehen wir es doch mal aus Sicht der Ratte: „Ich liebe gutes Essen. Aber gutes Essen ist schwer zu finden, wenn man eine Ratte ist.“ Sagt Ratte Rémy im Film „Ratatouille“ – sein Leibgericht, na klar: Ratatouille – auch wenn „das klingt wie Ratte.

Und wie Pfui. Rattenpfui“. Das ist ungefähr das, was die Nager bei den meisten Menschen auslösen. Die Pest mag mit dem Mittelalter verschwunden sein, die Angst vor Ratten ist es nicht. Auch wenn es bei uns nicht so schlimm ist wie in Großstädten in den USA, wo aus dem Problem schon eine Plage geworden ist. Wenn die Nager tags durch die Gärten wandeln und des Nachts auf öffentlichen Plätzen und an Mülltonnen Samba tanzen, sagen die wenigsten Bürger: Na gut, gewöhnen wir uns halt an den Anblick. Gehört halt zum Rattenschwanz der Wohlstandsgesellschaft. Sorglosigkeit in Sachen Müllentsorgung beschert den Ratten  einen reich gedeckten Tisch, milde Winter tun ein Übriges, dass sich die Nager relativ unbehelligt vermehren können. Gegen die Gifte der ersten Generation sind die Ratten inzwischen immun – oder haben gelernt, dass man davon besser die Pfoten lässt. Die zweite Generation, langsam wirkende Blutgerinnungshemmer, wirkt, allerdings müssen die Ratten sie auch fressen. Was umso schwieriger, teurer und aufwendiger wird, je mehr es von den Nagetieren gibt. Und da beißt der Hund, in dem Fall die Ratte, sich dann wieder in den Schwanz. Im Rat Café in San Francisco wuseln die Ratten den Besuchern um die Füße, da genießt man seinen „Rattucino“ und „Ratte“ statt Latte. Ach ja. Am Wochenende gibt’s Ratatouille.  Provenzalischer Gemüse-Eintopf mit Zucchini, Auberginen, Tomaten und Paprika und vielen Gewürzen. Schmeckt lecker. Da bleiben keine Reste über, die in die Tonne wandern müssten. Pech für die Ratte.

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