Römermuseum: In das Leben der Römer eingetaucht

Römermuseum : In das Leben der Römer eingetaucht

220 Kinder nahmen an den sechs Erlebnistagen im Freilichtmuseum in Schwarzenacker teil.

Letzter Akt vor dem Ende der Schulferien bei der Ferienaktion im Römermuseum Schwarzenacker: Diesmal beschäftigten sich 16 Schülerinnen und Schüler im Alter von acht bis zwölf Jahren mit der römischen Baukunst. Wie haben die Römer die Zeit gemessen? Wie wurden Strecken abgemessen? Wie wurden Steine behauen und mit Motiven versehen? Fragen über Fragen, auf die alle Teilnehmer während der vier Stunden nicht nur Antworten erhielten, sondern sich auch handwerklich mit den nachgebauten Geräten aus der Antike beweisen konnten.

Unter dem Motto „Ärmel hoch und angepackt – römische Bauhandwerker“ erfuhren die „Nachwuchshandwerker“ unter fachkundiger Anleitung vieles über die römische Baukunst. Zunächst wurde den Teilehmern gezeigt, wie die Römer größere Strecken zum Beispiel für den Weg- und Straßenbau vermessen konnten. Ein Maßband gab es dieser Zeit noch nicht. Daher behalf man sich mit einer „Groma“, einem von den Römern entwickelten Messgerät.

Der elfjährige Silas aus Homburg wusste nach der Einführung genau, wie dieses Meßgerät funktioniert. „Auf einem Stab ist ein Kreuz, das man drehen kann. Vom Kreuz hängen Schnüre, die man dann auf auf einen entfernten weiteren Stab ausrichten kann. So kann man die Stecke messen und festlegen.“ Eine Strecke im Römermuseum wurde mit diesem antiken Meßgerät nun vermessen. Dann wurde mit einem längst üblichen Maßband nochmals die Distanz ermittelt. Erstaunen bei den Schülern. Die Abweichung war äußerst gering.

Dann ging es weiter. Wie konnten Römer die Uhrzeit ermitteln? Renate Dilly-Liefke wusste Bescheid. Unter ihrer Anleitung lernten die Teilnehmer der letzten Ferienaktion in diesem Jahr im Römermuseum die Funktion einer Sonnenuhr. Wie gut, dass an diesem Tag die Sonne schien, denn dadurch warf ein Stab auf einer Pappscheibe mit einer Stundeneinteilung den entsprechenden Schatten. Aber nicht nur Schauen war angesagt, sondern auch Basteln. Mit viel Eifer und auch Spaß machen sich die Kinder an die Arbeit, eine Pappunterlage mit den entsprechenden Eintragungen zum Messen der Uhr vorzubereiten. Es musste mit Hilfe von Schablonen genau gezeichnet werden, um die entsprechenden Uhrzeiten dann ablesen zu können.

 Indessen war von einer anderen Gruppe lautes Hämmern und Klopfen zu hören. Zunächst wurden auf weißen Ytongsteinen Motive aufgemalt. Aus Vorlagen konnte das entsprechende Motiv, wie Blumen, Tieren und Gebäude ausgesucht werden. Oder man dachte sich das Motiv aus, das später mit Hammer und Meißel ausgeklopft wurde. Jan Kopper aus Homburg hatte sich für ein Schwert mit einem Schild entschieden. „Das habe ich mir so ausgedacht“, erklärt der Zehnjährige seine Motivwahl. Nach dem Aufmalen mit Bleistiften ging es dann zu Werke. Je nach Größe des Bildes auf dem Stein, das zu bearbeiten war, dauerte es bis zu 45 Minuten, ehe der Stein richtig behauen war. Den fertig behauenen Stein konnten die Kinder als Souvenir und Erinnerung an diesen Nachmittag mit nach Hause nehmen.

Aber nicht nur das Behauen von Steinen war für die römische Baukunst wichtig, sondern es mussten auch Löcher in die Steine gebohrt werden. Isabelle, neun Jahre alt, aus Merzig, lernte mit ihren Mitstreitern im Römermuseum am vergangenen Dienstagnachmtitag auch dies kennen. Auch für das Bohren von Löchern, hatte man zur Römerzeit ein Gerät entwickelt. „Das war aber ganz schön mühsam, bis das Loch fertig war“, erkannte nicht nur Isabelle.

Renate Dilly-Liefke und ihre Mitarbeiterinnen der  Ferienaktionstage im Römermusum zogen eine zufriedenstellende Bilanz. 220 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jähren nahmen insgesamt an den sechs Aktionsnachmittagen teil. „Obwohl an manchen Nachmittagen eher ein Schwimmbadbesuch angesagt gewesen wäre, fanden viele Kinder einen Besuch bei uns viel spannender und unterhaltsamer“, meinte Renate Dilly-Liefke.

Mehr von Saarbrücker Zeitung