24. Auflage der Kammermusiktage Homburg vom 27. September bis 3. Oktober

Kammermusiktage Homburg : Jetzt vom Kammermusikherbst träumen

Sieben Konzerte bieten die Kammermusiktage in Homburg, die mit viel Seele ausgestattet und unterschiedlich ausgerichtet sind. Sie beginnen Ende September. Bereits jetzt ist das Festivalmagazin erhältlich.

Im Sommer macht das gewohnte Geschäft der klassischen Konzerte ein bisschen Pause. Es wird aus den üblichen Konzertsälen eher an besondere Aufführungsorte, vor allem nach draußen verlegt. Dann genießt man Musik in lauen Sommernächten unter freiem Himmel.

Die musikalischen Ferien lassen aber auch Zeit, um schon ein bisschen daran zu feilen, was man sich denn ab dem Spätsommer/Frühherbst wieder so alles in den Kalender schreiben möchte. Und so richtig Lust darauf macht auch ein Blick ins Festivalmagazin der internationalen Kammermusiktage Homburg, das jetzt vorliegt. Vom 27. September bis 3. Oktober gibt es in sieben Konzerten wieder jede Menge Musik in konzentrierter „kleiner“ Form zu hören. Vom Quartett bis zum Oktett, vom Klavierduo bis zur Improvisation, wo tatsächlich komponiert wird, während man musiziert.

Kammermusik, ihren Name verdankt sie der höfischen „Kammer“, hat viele Facetten. Auch in der mengenmäßigen Begrenzung ist Großes möglich und vor allem eine beachtliche klangliche Bandbreite. Das beweist das kleine, aber feine Festival mittlerweile seit Jahren. Für die Organisatoren steckt hinter dem, was alljährlich und mittlerweile zum 24. Mal in Konzerte, viele öffentliche Proben und Besuche in der Schule mündet, jede Menge Arbeit. Der Verein Kammermusikfreunde Saar-Pfalz leistet da Beachtliches, seit Jahren.

Und auch diesmal gibt es wieder viel zu entdecken unter dem Motto „con anima“, mit Seele, also. Der künstlerische Leiter Tim Vogler verspricht einen programmatischen Bogen von Werken des frühen Barock über eine Begegnung mit dem saarländischen Komponisten Louis Théodore Gouvy, ein Doppelquartett von Louis Spohr und das berühmte Oktett von Frank Schubert bis hinzu Prokofjew, Frid und Schostakowitsch. Aufführungsorte sind der Homburger Saalbau, die Klinikkirche auf dem Homburger Campus und die Musikschule Homburg. Außerdem ist man wieder in einer Schule zu Gast.

Ganz besonders spannend und sicher eher etwas ungewohnt für die Ohren: der vierte Konzertabend mit dem Japode Trio. Deren Konzept ist nämlich Offenheit und Improvisation. Sie komponieren während sie musizieren, das Publikum nimmt am Entstehungsprozess teil. Und es bekommt auch mal andere Instrumente zu hören vom Flügelhorn über Schlagwerk bis zum E-Cello. Hörenswert sind aber alle Konzerte von der Eröffnung am 27. September mit dem Vogler Quartett und Katerina Moskaleva am Klavier bis zum Schluss, wenn am 3. Oktober im Saalbau unter anderem gleich zwei Streichquartette musizieren, die Voglers und das Eliot-Quartett, dazu noch ein Klavierduo.

Letzeres besteht zum einem aus Katerina Moskaleva, Teil zwei des Duos ist Alexey Pudinov. Die beiden werden Konzert Nummer zwei bestreiten, am Klavier in Stücken zu vier Händen. Neben ihrem überzeugenden Zusammenspiel setzen sie als Duo two4piano auch kleine, manchmal spontane Showelemente ein. In Konzert Nummer drei reist das Publikum dann durch das 17. Jahrhundert von Italien nach Böhmen mit den Musikern Nadja Zwiener auf der Barockvioline und Daniele Caminiti, der die Theorbe spielt, eine besondere Laute.

Zudem wird es am 1. Oktober im Saalbau „gesanglich und kapriziös“. Unter anderem ist dabei ein Oktett von Franz Schubert zu hören für Klarinette, Horn, Fagott und Streicher.

„Von Düsternis zu Optimismus“ führen am 2. Oktober die jungen Musiker des Eliot Quartetts, alles Schüler an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt von Professor Tim Vogler.

Neben den Konzerten kann man sich die öffentlichen Proben anhören und mitbekommen, wie zusammen an den Werken gearbeitet wird, immer ziemlich aufschlussreich. Zudem ist erneut ein Notenflohmarkt im Foyer des Saalbaus geplant. Während der Veranstaltungen des Festivals, die in dem Kulturzentrum stattfinden, ist er frei zugänglich. Wer also zu Hause den Notenschrank ein bisschen räumen möchte, der kann hier nicht mehr Benötigtes zur Verfügung stellen. Feste Preise gibt es nicht, um Spenden wird gebeten. Kontakt: Sybille Kößler, Tel. (0 68 41) 6 56 88. Zudem hat Peter Spiegel zugunsten der Kammermusiktage eine eigene Grafik entworfen in limitierter Auflage.

Wer mehr wissen möchte über die Kammermusiktage, der findet im Festivalmagazin viele weitere Informationen: Texte zu den Werken, den Konzerten, den Komponisten, Ausführungen über die Musiker, Interviews, aber auch die Spielorte und ein Geigenbauer werden beispielsweise vorgestellt. Viel Lesestoff also vor dem Hören. Und natürlich ist auch ein Serviceteil enthalten, in dem es darum geht, wo es die Tickets gibt, was diese kosten und alles, was dazugehört.

Das Magazin gibt es auf Anforderung bei den Kammermusikfreunden, Tel. (0 68 41) 6 56 88, E-Mail kammermusik.homburg@gmail.com. Es und liegt zudem unter anderem bei der Stadt aus. Karten kosten regulär: 22 Euro, ermäßigt zwölf Euro. Ein Festivalpass für sieben Konzerte liegt regulär bei 130 Euro. Ermäßigungen gelten für Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung. Kinder bis zum zwölften Lebensjahr in Begleitung eines Erwachsenen haben freien Eintritt. Die Abend- beziehungsweise Tageskasse hat eine Stunde vor Konzertbeginn geöffnet. Öffentliche Proben sind frei.

Tickets im Vorverkauf bekommt man online unter www.ticket-regional.de/ km-saar-pfalz, Telefon (0651) 9 79 07 77 sowie beispielsweise bei der Tourist Info Homburg/Stadtbusbüro, Talstraße 57a, Homburg, Telefon (0 68 41) 10 18 20. Ausführliche Informationen findet man im Internet unter

Two4piano, das sind Katerina Moskaleva und Alexey Pudinov, greifen vierhändig in die Tasten. Foto: Stella Rugano
Der Fagottist Hendrik Rabien ist am 1. Oktober zu hören. Foto: Barbara Aumüller/Barbara Aumueller
Nadja Zwiener spielt die Barockvioline. Sie spielt zusammen mit Danielle Caminiti Musik des 17. Jahrhunderts. Foto: Antje Kroeger
Klarinettist David Orlowski spielt ebenfalls in Homburg. Foto: Kaupo Kikkas
Im Eliot-Quartett spielen Schüler und eine Schülerin von Tim Vogler zusammen. Foto: Andreas Kessler/ANDREAS KESSLER

www.kammemusik-homburg.de

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