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Viele Fragen an die Straßenplaner

Viele Fragen an die Straßenplaner

Die Bürgerinitiative „Kein Ohr für Kleinottweiler“ hat sich zum Thema Autobahnanschluss direkt an den Leiter der Landesstraßenbehörde gewandt. Wir veröffentlichen einen kleinen Auszug aus dem umfangreichen Fragenkatalog.

Der Ausbau des bestehenden Autobahnanschlusses A 6 Homburg bei Reiskirchen sorgt weiterhin für Aufregung in Kleinottweiler . Vor allem das Vorhaben der Landesbehörde, nach der Realisierung der so genannten Drei-Ohren-Lösung die Richardstraße, die nach und durch Reiskirchen führt, vom Verkehr abzuhängen, beunruhigt viele Kleinottweiler Bürger. Sie fürchten dann nämlich noch mehr Verkehr in ihrer Ortsdurchfahrt und bestehen deshalb darauf, dass zeitgleich mit der Drei-Ohren-Lösung ein weiterer Autobahnanschluss im Osten Homburgs gebaut werden soll. Diese Variante nördlich des Sportplatzes Reiskirchen , die an die bestehende Erbach-Umgehung angeschlossen werden soll, wird vom Landesbetrieb für Straßenbau auch favorisiert. Die Homburger haben hier aber noch andere Vorstellungen, sie fordern den Anschluss über die stillgelegte Eisenbahntrasse durch den Erbacher Wald. Die Vorstellungen sind also derzeit sehr unterschiedlich, das Projekt scheint zu stocken.

Mitte März fand eine Sondersitzung des Bexbacher Stadtrats zum Thema statt. Vor allem von Kleinottweiler Seite gab es heftige Kritik an den Verkehrsplanungen. Im Nachklapp der Sitzung hat die Bürgerinitiative "Kein Ohr für Kleinottweiler " nun einen Fragenkatalog an den Leiter des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) in Neunkirchen, Michael Hoppstädter, verfasst.

In dem vom Vorsitzenden der Initiative, Konrad Saur, unterzeichneten Brief heißt es unter anderem: "Warum wird - ohne vorherige Information und Bürgerbeteiligung vom LfS derzeit die Erweiterung der Anschlussstelle Homburg/Bexbach vorangetrieben, obwohl bislang die Schaffung einer zusätzlichen Anschlussstelle Homburg-Ost vorgesehen war." Weiter will Saur wissen: "Vertreten Sie weiterhin die Auffassung, dass nach dem Ausbau der bestehenden Anschlussstelle und dem damit verbundenen Abtrennen der L 218 (Richardstraße), ohne den vorherigen Bau einer zusätzlichen Ost-Anbindung, der aus Richtung Westpfalz kommende Verkehr über die B 423/Berliner Straße entlang Reiskirchen und durch Erbach von und zur A6-Anschlussstelle Homburg/Bexbach gelangt?" Saur will weiterhin zudem geklärt haben - falls Hoppstädter letzte Frage mit Ja beantworte -, ob dies die Grundlage der Planer für die "für uns nicht nachvollziehbare Annahme, dass Kleinottweiler nach dem Ausbau der Anschlussstelle nur ein geringstes zusätzliches Verkehrsaufkommen (drei bis vier Prozent) erhalten soll".

Die Bürgerinitiative unterstellt in diesem Zusammenhang, dass die Strecke Kleinottweiler-Jägersburg deutlich mehr belastet werde - auch mitten durch das Naherholungsgebiet Jägersburg. Auch dazu fordert man Hoppstädter zur Stellungnahme auf. Konrad Saur weiter: "Ist es zutreffend, dass die Maßnahme für die zusätzliche Anschlussstelle Homburg-Ost kostengünstiger ist als die Erweiterung des bestehenden Anschlusses - und, wenn ja, in welcher Größenordnung?" Abschließend stellt er die Frage, ob es nicht notwendig sei, bis Klärung des Planfeststellungverfahrens die Anschlusserweiterung ruhen zu lassen.

Das Schreiben hat die Bürgerinitiative im Übrigen auch an Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger , den Umweltminister Reinhold Jost , an das Bundesverkehrsministerium und an die Städte Homburg und Bexbach geschickt. Die Antworten aus Neunkirchen auf die Fragen stehen noch aus, wir werden rechtzeitig darüber informieren.