Nichts Neues in Sachen drittes Ohr

Nichts Neues in Sachen drittes Ohr

Bei einer Info-Veranstaltung in Oberbexbach stand der Ausbau des bestehenden Autobahnanschlusses Homburg/Bexbach und der Neubau des Anschlusses Homburg-Ost im Mittelpunkt. Mit rund 120 Gästen war der Zuspruch aber eher gering.

Die Informationsveranstaltung im Oberbexbacher Volkshaus zum Ausbau des bestehenden Autobahnanschlusses Homburg/Bexbach und zum Neubau des Autobahnanschlusses Homburg-Ost brachte am Donnerstag vor allem zwei wichtige Erkenntnisse: Das Bürgerinteresse an den beiden Projekten ist zahlenmäßig eher gering und die Positionen zwischen Wirtschaftsministerium und Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) auf der einen und den Kritikern auf der anderen Seite sind wohl unvereinbar.

Sachlich brachte der Abend im Volkshaus grundsätzlich nicht viel Neues. Der Ausbau des A 6-Anschlusses mit drei Ohren wird frühestens 2018 beginnen, die Bauzeit soll dann drei Jahre dauern. Die neue Anschlussstelle im Osten Homburgs kann frühestens ab 2020 verwirklicht werden und ist in ihrer Lage und Ausführung noch nicht definiert. Diese bekannten Informationen und einige bislang so nicht bekannte Details trafen allerdings nur auf wenige Ohren, gerade mal rund 120 Gäste hatten sich zur Veranstaltung eingefunden. Zog man davon noch die Vertreter von Parteien, politische Funktionsträger, Mitglieder der Verwaltungen aus Homburg, Bexbach und Kirkel sowie die Vertreter des LfS und des Ministeriums ab, reduzierte sich das reine "Bürgerinteresse" noch einmal deutlich.

Dies sollte allerdings später am Abend nicht verhindern, dass die Diskussion zeitweise durchaus Schärfe hatte. Moderatorin Astrid Klug , die zuständige Abteilungsleiterin im Ministerium für Wirtschaft und Verkehr , hatte dies wohl schon geahnt und zu Beginn der Veranstaltung dazu aufgefordert, respektvoll miteinander umzugehen. Die Standpunkte an sich waren nicht unter einen Hut zu bringen. Machten die Vertreter des Landes klar, dass bedingt durch den Zeitpunkt der Genehmigung zuerst der Ausbau des Autobahnanschlusses Homburg/Bexbach mit drei Ohren und erst danach der Neubau von Homburg-Ost erfolgen können, lehnten Vertreter der Bürgerinitiative "Kein Ohr für Kleinottweiler" die Erweiterung des bestehenden Anschlusses komplett ab. Stattdessen dürfe lediglich der zweite Homburger Anschluss an die A 6 gebaut werden. Der Hauptkritikpunkt der Bürgerinitiative: Der Ausbau von Homburg/Bexbach führe zu keinerlei Entlastung - vielmehr müsse sich Kleinottweiler auf ein Mehr an Verkehr einstellen, werde doch die Richardstraße als Zubringer durch Reiskirchen durch den Umbau abgehängt. Einzig ein weiterer Anschluss im Homburger Osten bringe wirklich eine Minderung des Verkehrs, so Werner Langefeld von der Bürgerinitiative.

Klug ließ das nicht unkommentiert. "Auch wir sind der Ansicht, dass ein neuer Anschluss Ost zu einer Verkehrsentlastung führt. Es hat aber niemand behauptet, dass der Ausbau der Anschlussstelle Homburg/Bexbach weniger Verkehr bedeutet. Das ist auch nicht der Fall. Hier geht es darum, den Verkehrsdurchfluss zu verbessern."

Für die beteiligten Kommunen Homburg und Bexbach traten Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und Bürgermeister Thomas Leis ans Mikrofon. Beide waren sich darin einig, dass eine Vier-Ohren-Lösung beim Ausbau von Homburg/Bexbach die bessere Lösung gewesen wäre. "Dies ist nun aber nur noch eine Vision", so Schneidewind. Thomas Leis erinnerte noch einmal an Beschlüsse des Bexbacher Stadtrates. Die forderten unter anderem einen vorgezogenen Bau der zweiten Anschlussstelle Homburg-Ost.

Wer sich über die detaillierten Pläne zu den vorgesehenen Baumaßnahmen an der A 6 kundig machen will, für den stellt das saarländische Wirtschafts- und Verkehrsministerium unter www.saarland.de/129683.htm entsprechende Informationen bereit.