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"Scharnier zwischen Kirche und Gesellschaft"

"Scharnier zwischen Kirche und Gesellschaft"

Erbach. Die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Die Einrichtung wurde im Jahr der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils 1962 als "Katholisches Bildungswerk der Saardekanate" gegründet. Anlässlich des Jubiläums fand in der Pfarrkirche St

Erbach. Die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Die Einrichtung wurde im Jahr der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils 1962 als "Katholisches Bildungswerk der Saardekanate" gegründet.Anlässlich des Jubiläums fand in der Pfarrkirche St. Andreas ein Festgottesdienst mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann statt, der von Dekan Pirmin Weber, Pfarrer Karl Theodor Vollmar und Diakon Kurt Ardner unterstützt wurde.

Fünf Jahrzehnte erfolgreiche Bildungsarbeit sei ein Anlass zum Feiern, betonte die Leiterin der Einrichtung, Gertrud Fickinger. In all den Jahren sei es der KEB immer um den Menschen und um den persönlichen Kontakt mit ihm gegangen. Als Schwerpunkte der KEB-Arbeit nannte sie religiöse Bildung und Erziehungsthemen.

Ihr Dank galt allen Ehrenamtlichen: "Sie sind die Säulen unserer Arbeit". Bischof Wiesemann erinnerte an die Gründung der KEB 1962 in Blieskastel sowie die Eröffnung des Konzils vor 50 Jahren. Damals sei "eine unglaubliche Bewegung, ein Aufbruch, ein neuer Weg in die Zukunft" entstanden. Bildung sei als "Orientierung für das Leben des Menschen zu betrachten, als Formung zu seinem letzten Ziel", betonte der Bischof in seiner Predigt. Bildung sei nicht nur die Aneignung von Fachwissen, sondern schlage einen Bogen zum eigentlichen Bestimmungsziel, zum Grund und Sinn des Daseins.

Bildung solle dem nach Wahrheit suchenden Menschen helfen, so Bischof Wiesemann. Im Rahmen der Festveranstaltung im Thomas-Morus-Haus ging der Religionsphilosoph und Anthropologe Professor Jörg Splett aus Offenbach in einem tiefgründigen und anspruchsvollen Vortrag zum Thema "Lernziel Menschlichkeit" auf die menschlichen Tiefen und Höhen ein. Um Rückblick, Situation und Perspektiven ging es in drei Gesprächsrunden, welche von Thomas Sartingen, Leiter der Abteilung Außerschulische Bildung und stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Schule, Hochschule und Bildung im Bischöflichen Ordinariat Speyer, moderiert wurde.

Dabei wies Horst Ziegler, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Erwachsenenbildung Saarland darauf hin, dass die Arbeit der KEB sich auf das christliche Menschenbild gründe und Richtschnur allen Handelns sei: "Die KEB ist das Scharnier zwischen Kirche und Gesellschaft und ein Mosaik, wie Kirche bei den Menschen präsent sein kann", betonte Ziegler.

Als KEB-Gründungsmitglied erinnerte der langjährige Vorsitzende Alfred Klein aus Kirkel an die schwierigen Anfänge der Einrichtung. "Die KEB deckt 40 Prozent der Bildungsarbeit im Saarland ab und ist damit der größte Ehrenamtsbereich im Land", stellte der Leiter des Referates für allgemeine und politische Bildung, Willi Kräuter, heraus.

Für die musikalisch herausragende Gestaltung des Gottesdienstes und des Festaktes sorgten Christian Brembeck (Orgel, Klavier) und Marta Hemkemeier (Violine).

Auf einen Blick

Seit Jahren enthält das Programm der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) eine breite Palette von Angeboten bereit. Das Spektrum ist sowohl kirchlicher als auch weltlicher Natur und leistet auch praktische Hilfe innerhalb der Familie, zum Beispiel bei Themen zur Kindererziehung. "Kirche im Kino" ist ebenso ein Thema wie "Web 2.0 und Social Media". Im Saarpfalz-Kreis ist Gertrud Fickinger die Leiterin der KEB. Die verschiedenen Veranstaltungen, die im ganzen Kreis stattfinden, sind für sie ein "Angebot zur Orientierung, zur Auseinandersetzung und zum Austausch." Der Sitz der KEB ist in der St. Ingberter Karl-August-Woll-Straße 33, Tel. (0 68 94) 9 63 05 16. red