LfS nennt Gründe für die gefällten Bäume an der L118 in Homburg

Leserreporter bemängelte fehlenden Sichtschutz : Landesbetrieb erklärt Baumfällarbeiten an der L 118

Kiefernnadeln verstopften Wasserabflüsse. Auf der Straße sei es zu Aquaplaning gekommen.

Baumfällarbeiten „in größerem Stil“ zwischen Erbach und Jägersburg an der L 118, Höhe Gewerbegebiet Vogelbacher Weg, hatten Leserreporter Albert Röver kürzlich aufgeschreckt. Er bemängelte, dass man nun freie Sicht aufs Industriegelände habe, dort wo früher ein dichter Baumbestand gewesen sei. Und er fragte sich, warum all diese Bäume, betroffen war ein 300 Meter langes Stück entlang der Straße, gefällt würden. Röver erinnert sich nämlich noch daran, wie die Bäume gepflanzt wurden. „Die können doch nicht alle krank oder umsturzgefährdet sein“, wundert er sich ( wir berichteten).

Am Montag antwortete nun der zuständige Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) auf eine entsprechende Anfrage.

Im Verlauf der gesamten L 118 gebe es einen „dichten, wild angesiedelten Kiefernbestand, der in früheren Jahren kapazitätsbedingt nicht konsequent durchforstet wurde“, so der LfS. Erst in jüngerer Vergangenheit seien im weiteren Verlauf in Richtung Jägersburg Kiefern entnommen worden, „um das Lichtraumprofil herzustellen, die Sichtweiten in den Kurven zu vergrößern, den dichten Bewuchs etwas zu lüften und damit den verbleibenden Bäume mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu geben“. Die Belange der teilweise unmittelbar angrenzenden Anlieger seien dabei stets berücksichtigt worden. Von Flächenrodung habe man abgesehen. Beschwerden habe es nicht gegeben.

 Die aktuellen Arbeiten hätten sich auf den Bereich in Höhe der Firma Michelin bezogen. Auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite stehe eine Lärmschutzwand, und es gebe noch einen Grüngürtel entlang eines Radweges. Auslöser für die Arbeiten in Fahrtrichtung Jägersburg sei ein Entwässerungsproblem. Auf diesem Streckenabschnitt werde das Oberflächenwasser in einer Rinnenanlage gefasst und über Einläufe abgeführt. Kiefernadeln hätten die Entwässerung in einem nicht mehr hinzunehmenden Maße verstopft und so zu Aquaplaning geführt. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, habe man hier handeln müssen. Gearbeitet worden sei auf einer Gesamtlänge von etwa 300 Metern in einem fünf bis sechs Meter breiten Böschungsbereich. Verschiedene gut entwickelte Laubbäume seien aber nicht angetastet worden. Zudem seien Sträucher und Hecken ebenso unbeschädigt geblieben wie Jungbäume.

In Fahrtrichtung Homburg sei hinter der Lärmschutzwand gearbeitet worden. Der Grund: Die Hecken an dieser Stelle ragten über die Wand und verdeckten Verkehrszeichen. Beeinträchtigt gewesen sei auch der Rad- und Gehweg. „Eine rückwärtige Bauwerkskontrolle war teilweise nicht mehr möglich.“ Entlang der Lärmschutzwand sei daher ein etwa zwei Meter breiter Streifen frei geschnitten worden, um hier das Bauwerk künftige ungehindert überprüfen zu können. In der Hangfläche wurden einzelne Bäume entnommen, um den verbleibenden Bäumen Raum zu verschaffen.

 Das Buschwerk einschließlich junger, aufwachsender Bäume sei geschützt worden. In absehbarer Zeit werde die Sicht zur Firma Michelin also wieder von Grün dominiert sein. Weitere Anpflanzungen seien daher nicht vorgesehen, so das LfS.