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Kraftvolle Stimme im kräftigen Wind

Kraftvolle Stimme im kräftigen Wind

Am vergangenen Samstag gab es auf dem historischen Marktplatz in Homburg richtig viel Wind – um nicht zu sagen Sturm. Dies tat allerdings dem musikalischen Frühschoppen, zu dem die Dixie Company und Donna Brown eingeladen hatten, keinen Abbruch. Die Zuhörer waren begeistert.

Man nehme mit der Dixie Company eine renommierte polnische Jazz-Formation, stelle ihr mit Donna Brown eine nicht minder hörenswerte, US-amerikanische Gospel- und Jazzsängerin an die Seite - und schon hat man einen samstäglichen Jazzfrühschoppen, dem in Sachen musikalischer Qualität weder Regen noch Sturmböen etwas anhaben können.

Mainstream-Standards, getragen von Browns kraftvoller Stimme und mitunter befördert von ihrem nicht mindern treibenden Piano-Spiel, sorgten dafür, dass "Übliches" nicht Gefahr lief, unter der Rubrik "Gewöhnliches" verbucht zu werden. Und zweifellos: Diese amerikanisch-polnische Zusammenarbeit funktioniert so ziemlich bis zum letzten Ton. Und das schon seit nunmehr drei Jahren, in denen "Dixie Company featuring Donna Brown" bei zahlreichen Jazzfestivals beeindruckt haben.

Dem Auftritt beim Homburger Jazzfrühschoppen kam das Prädikat "Premiere" zu. Und dem Ambiente der Altstadt und dem historischen Marktplatz selbst attestierten sowohl Brown als die Band einen ganz eigenen Charakter. Piotr Soroka, Manager der Dixie Company: "Die Szenerie hier in der Altstadt ist wirklich ein guter Platz für schöne Konzerte, wenn die Leute kommen - und die Sonne auch", grinste Soroka.

Die vom Dixie Company-Schlagzeuger so beschworenen Leute kamen, die Sonne auch, aber eben im Wechsel mit richtig, richtig viel Wind und mitunter schwarzen Sturmwolken, die zeitweise auch mal für heftiges Nass sorgten. Die Spielfreude ließen sich die Musiker aber nicht verwehen. Aus einem Repertoire von immerhin fünf eigenen CD-Produktionen spielte und sang sich die Dixie Company mit Donna Brown durch die feinen Töne des Jazz und Blues - gleich zu Beginn passend mit dem "Memphis Blues " aus ihrer aktuellen und gemeinsamen CD "Donna B & Dixie".

Angesichts solch fein hörbarer, transkontinentaler Zusammenarbeit durfte da schon mal gefragt werden, wie sich das musikalische Miteinander eigentlich entwickelt hat und wie es sich so ausleben lässt. "Wir haben uns vor drei Jahren bei einem Festival in Polen kennen gelernt", erinnerte sich Donna Brown. "Mein Gospelchor hatte da einen Auftritt. Wir kamen ins Gespräch, ich gab ihm meine Telefonnummer, er rief mich später an." Und die Zusammenarbeit klappe prima, "nette Menschen arbeiten immer gut miteinander".

Für die Zukunft, ergänzte Soroka, plane man auch eine Tour in Amerika, "aktuell spielen wir viel in Europa." Die ohrenscheinlich gut funktionierende Zusammenarbeit definierte Brown mit den Worten einer echten Jazz- und Gospelsängerin: "Man muss es einfach fühlen. Gute Musiker kommen immer zusammen, gute Musiker sorgen immer dafür, dass es funktioniert."

Dem samstäglichen Jazzfrühschoppen war auch am vergangenen Wochenende als weiterer wesentlicher Bestandteil des Homburger Musiksommers "Querbeat" am Freitagabend vorangegangen. Diesmal waren es "The Post Blues Experience" um den Neunkircher Sänger und Musiker Fritz Scheerer, die die Erfolgsgeschichte der Homburger Konzertreihe um ein neues Kapitel ergänzten.

musiksommer-homburg.de

Zum Thema:

Auf einen Blick Der Homburger Musiksommer geht am kommenden Wochenende in seine nächste Runde. Am Freitagabend, 31. Juli, wird bei der Reihe Querbeat von 19 bis 22 Uhr die vierköpfige, saarländische Formation Cha-Lounge auftreten. Auf dem Programm: Ausgesuchte Balladen, gepaart mit aktuellen Songs aus Rock, Pop, Funk und Soul. Am Samstagmorgen, 1. August, serviert dann ab 11 Uhr die Maryland Jazz Band of Cologne den Jazzfrühschoppen auf dem historischen Marktplatz. Die Formation um Bandleader Gerhard Hund blickt auf über 50 Jahre zurück. Gespielt wird authentischer New Orleans Jazz mit Einflüssen der aktuellen Szene. Die Bandmitglieder haben, so die Veranstalter, New Orleans oft besucht und wurden zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt. thw