Ein Prosit auf das Reinheitsgebot

Die älteste Lebensmittelvorschrift der Welt wurde an einer traditionellen Braustätte gefeiert: 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot war Grund für einen zünftigen Abend mit Spezialbieren im Walsheimer Brauereikeller.

Der Gerstensaft floss in Strömen: Die Walsheimer feierten zünftig das Jubiläum 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot. Im Brauereikeller, dem letzten Relikt der ehemals bedeutenden Walsheim-Brauerei, bot Stefan Raffel aus seiner Sudhaus-Hausbrauerei eigens hergestelltes Jubiläumsbier an. Dies ließen sich viele Gäste nicht entgehen.

Darunter waren auch einige Weitgereiste. So kam Markus Welsch mit Sohn Felix Albert und Ehefrau Barbara eigens aus dem rund 400 Kilometer entfernten Guntersleben-Wechmar bei Gotha in Thüringen. Auch Ulrike Mehlem aus Ludwigshafen hatte sich schon zum Startschuss durch Ortsvorsteher Michael Thomann unter den Kreuzgewölben eingefunden. Sie gehörte zur Gesellschaft des "Cousinentreffen" der Familie Raffel und hatte erstmals Gelegenheit, Stefans "Eigenbräu" zu kosten. Dazu gehörten noch das Doppelbockbier Walsheimator und das Glüx-Pils. "Wir hatten, als wir den Termin ausgemacht hatten, nicht daran gedacht, dass das der Jubiläumstag ist. Jetzt ist es umso schöner", so die Pfälzerin. Die übrigen neun Personen kamen ebenfalls aus ihrer Gegend, aus Birkenheide, Oggersheim, Hochdorf-Assenheim und Mutterstadt.

Die musikalische Untermalung des stimmungsvollen Abends besorgte das Neunkircher Mutter-Tochter-Duo Kim und Angela. Sie begeisterten mit einem abwechslungsreichen Programm aus Schlagern, Evergreens, Gassenhauern und Stimmungsliedern, trafen damit den Nerv der Besucher des ersten Bierfestivals. Die Festküche bot zudem Weißwürste und eine herzhafte Bockbiergulasch-Suppe. Die Sportfreunde Walsheim steuerten Sekt und Cocktails bei.

Vor Beginn der Feierlichkeiten hatte Michael Clivot Interessierte aus der gesamten Gemeinde Gersheim, aber auch aus St. Ingbert über das ehemalige Betriebsgelände der Braustätte geführt. So erfuhren alle Wissenswertes über den Keller und die Funktionsweise der Brauerei. Anhand großflächiger Fotos, die die Braustätte um 1900 zeigt, vermittelte der Vorsitzende des Vereins für Walsheimer Brauerei- und Dorfgeschichte, dem Co-Veranstalter, die Dimension des Betriebes, in dem mehrere hundert Menschen arbeiteten und der in seiner Blütezeit auf einen jährlichen Bierausstoß von rund 300 000 Hektolitern gekommen war.

gersheim.de