Die Stimmung wollte schier überkochen

Die Stimmung wollte schier überkochen

Reinheim. "Wenn Reinum lacht - is Fasenacht" lautete das diesjährige Motto der Reinheimer Fasenacht. Und mit den närrischen Reinheimer Ochsen lachte sogar die Sonne. Zwar nur kurz und zum Blinzeln kam sie hinter den Wolken heraus, aber sie war da

Reinheim. "Wenn Reinum lacht - is Fasenacht" lautete das diesjährige Motto der Reinheimer Fasenacht. Und mit den närrischen Reinheimer Ochsen lachte sogar die Sonne. Zwar nur kurz und zum Blinzeln kam sie hinter den Wolken heraus, aber sie war da. "Es kann morgens noch so schlechtes Wetter sein, wenn der Umzug startet, dann ist das Wetter immer super", wusste Ortsvorsteher Jürgen Wack schon vor dem großen Zug.Knapp 1000 Seelen zählt der Ortsteil an der früheren Grenze, aber Zehntausende kommen in jedem Jahr am Rosenmontag in das kleine Dorf. Die Stimmung ist prächtig, die Kostüme sind farbenfroh, und die Reinheimer wissen einfach zu feiern. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für das karnevalistische Straßenspektakel, aber man erlebt auch Überraschungen. So gab es beim Aufbau der angekündigten Zuschauertribüne technische Probleme, das hatte man sich wohl ein bisschen anders vorgestellt. Aber wer die Reinheimer und Ortsvorsteher Jürgen Wack kennt, der kann prognostizieren, dass diese Probleme vor dem nächsten Zug behoben sein werden.

Aber all das tat der Fröhlichkeit keinen Abbruch, denn der Reinheimer Umzug ist sicherlich einer der lebendigsten im gesamten Südwesten. Man kennt sich, die Teilnehmer gehen auf das Publikum zu, und so war die Stimmung auch trotz eisiger Kälte ganz prima. Viele Prunkwagen gab es zu sehen, aber das Salz in der närrischen Suppe der Reinheimer Ochsen waren wie immer die Fußgruppen. Schier unerschöpflich scheint der Ideenreichtum, und vor allem wird auch auf das kleinste Detail geachtet. Die Motive sind für den Betrachter sehr abwechslungsreich, immer neue Ideen bringen den Betrachter zum Staunen.

Und was den Flair des Reinheimer Zuges noch ausmacht: Er ist ein deutsch-französisches Großereignis. Da kommen sogar die Reporter der Zeitung "Le Républicain Lorrain" vorbei, selbst das französische Fernsehen und Rundfunkstationen berichteten über das Ereignis. Derweil kochte die Stimmung am Straßenrand und bei den Teilnehmern des närrischen Lindwurmes fast über: Es wurde richtig gefeiert, mitgesungen und -geschunkelt, die gute Stimmung schwappte von den Teilnehmern auf die Gäste am Straßenrand über. Und auch ein "richtiger" Jamaikaner war mit von der Partie: Günter Becker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, ist schon seit Jahren als Aktiver beim Reinheimer Zug mit dabei und zeigte heuer sogar "Rapper"-Qualitäten. Selbstverständlich hatte er auch echten Jamaika-Rum mit dabei.

Über 80 Nummern zählte der Zug erneut (im Vergleich: in Neunkirchen sind es gerade mal 50), und das ganz Dorf stand wieder Kopf. Aber nicht nur während des Umzugs: Auch später ging die närrische Post ab: Reinheimer Nächte sind bekanntlich lang, im ganzen Ort wurde an vielen Stellen noch gefeiert bis in den frühen Morgen. Reinheim darf stolz auf sich sein, man hatte erneut einen fantastischen Umzug organisiert, der keinen Vergleich mit anderen Umzügen im Land zu scheuen braucht.