Krimi aus Blickweiler bei Messe Hombuch in Homburg

Literatur : In Blickweiler entstehen Kriminalromane

Autorin Thea Buch kommen nachts die besten Ideen. An diesem Wochenende ist sie auf der HomBuch dabei.

Jeden Morgen von sieben bis neun Uhr sitzt Thea Buch in ihrem Wintergarten, recherchiert, formuliert, schreibt, bringt Seite um Seite des neuen Romans auf die Festplatte ihres Laptops. Schon seit ihrer Kindheit interessiert sich die verheiratete Mutter zweier Söhne für das Geschriebene. „Wörter interessieren mich“, so die gebürtige Lautzkircherin, die mit ihrem Mann Richard seit 38 Jahren in Blickweiler wohnt und bis vor 20 Jahren einen eigenen Friseursalon führte.

Als Kind habe sie schon geschrieben, erinnert sie sich. Damals wurde sogar ihre Geschichte „Auf dem Weg zum Christkind“ in „Sauers-Saal“ in Lautzkirchen aufgeführt. Später verfasste sie auch viele Gedichte. Daneben belegte sie ein dreijähriges Fernstudium in Zürich in Malen, Zeichnen und Kunstgeschichte, und danach ein Schreibstudium beim Weltbildverlag. Das Cover ihres Buches „Schmetterlingskind“ ist ihr eigenes Werk. Durch die Berufstätigkeit rückte ihr kreatives Schaffen jedoch viele Jahre in den Hintergrund. Erst 2013 wurde der Wunsch, ein eigenes Buch zu schreiben, stärker. „Ich träume sehr intensiv. Manchmal liegt ein Blatt Papier und ein Stift neben mir auf dem Schränkchen. Nachts habe ich schon die besten Ideen aufgeschrieben.“ Aus einem solchen Traum entstand dann auch ihr Erstwerk „Mord und andere Geschenke“, das vor zwei Jahren im Berliner AAVAA-Verlag erschienen ist. Dabei handelt es sich um einen Kriminalroman. Sie hatte sich in ihrem Traum ein junges Mädchen vorgestellt, das eine Reise nach Ibiza gewonnen hatte. Ibiza ist auch die Ferieninsel, die die Buchs schon oft gemeinsam besucht und dort erholsame Tage verlebt haben. Aus der so alltäglichen Reise sollte sich eine Geschichte entwickeln, die es in sich hat. Auf dem Klappentext des Buches ist nachzulesen: „Würden Sie eine Reise antreten, über die Sie nur minimale Informationen besitzen? Marie fragt nicht nach und fliegt auf die Ferieninsel Ibiza.
Welche Rolle spielen die eingeladenen Frauen im „Club der Superlative“? Warum herrscht die Clubchefin Elena wie eine Lagerkommandantin über Personal und Gäste? Maries Leben erfährt in diesem Urlaub eine drastische Wende. In welcher Hinsicht? Wer einen Krimi lesen möchten, in dem kein Blut aus den Seiten trieft und der Mörder trotzdem vier Mal zuschlägt, genießt mit diesem Buch beste Unterhaltung.“

Inspirationen erhielt Thea Buch auch aus Erzählungen einer früheren Kundin und russischen Leistungssportlerin, die von den Verhältnissen in Moskauer Turninternaten erzählte. Bei Lesungen im Kunstatelier Drei-Sicht von Dieter List in Wattweiler, dem Bistro des Tennis-Clubs in Ommersheim, oder aber auch in der Kurklinik in Blieskastel faszinierte die Autorin, die unter dem Pseudonym Mathebu veröffentlicht, ihre Zuhörer. Derzeit arbeitet sie an der Fortsetzung des Romans, „Mord und andere Geschenke“, den sie bald der Öffentlichkeit vorstellen möchte. „Ich weiß nicht, wie die Geschichte ausgeht. Irgendwann bekommt sie eine Eigendynamik. Ein Abfallprodukt des Schreibens hat sie in den intensiven Jahren sehr zu schätzen gelernt: „Die Recherche fasziniert mich. Dadurch bekomme ich einen weiten Blick in Länder, wo ich noch unbedingt hinwill.“ So bewegt sich ihre Romanheldin in der Fortsetzungsgeschichte in Brasilien, dem fünftgrößten Land der Erde. Neben ihrer Autoren-Solotätigkeit gehört sie mittlerweile der Saarbrücker Textwerkstatt „Schreib:Raum“ an und bereitet sich mit weiteren 16 Autoren, darunter auch Joachim Hausen, der sie fördert, auf die im kommenden Jahr erstmals stattfindenden Veranstaltung „SaarBuch“ in der Saarlandhalle vor. Bei der Homburger HomBuch ist sie nach der Premiere auch an diesem Wochenende im Homburger Saalbau dabei.

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