Brücke über Blies bei Blieskastel seit zehn Jahren gesperrt

Kostenpflichtiger Inhalt: Eine unendliche Geschichte : Das lange Warten darauf, in Blieskastel eine Brücke zu nutzen

Seit zehn Jahren ist ein Überweg über die Blies nicht nutzbar. Doch jetzt keimt wieder ein wenig Hoffnung auf.

Manche Dinge dauern etwas länger. Und manche erinnern ein wenig an die Ewigkeit. So feiert ein kleiner, gar nicht mehr feiner Überweg nun ein ganz besonderes Jubiläum. Und zwar die Fußgängerbrücke über die Blies zwischen Wolfersheim und Breitfurt. Sie wurde 2009 gesperrt, eine Wiederöffnung ist seitdem trotz einiger Bemühungen nicht erfolgt. Unsere Zeitung nimmt das zehnjährige Sperr-Jubiläum zum Anlass, zurück und vor allem nach vorne zu blicken.

„Vor zehn Jahren wurde bei einer Bauwerksprüfung der Fußgängerbrücke dort Schäden an der Haupttragkonstruktion sowie an Widerlagern und Pfeilern festgestellt. Das Ingenieurbüro der Stadt sah die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet und riet, die Brücke zu sperren“, erinnert sich im Gespräch mit unserer Zeitung Heimatforscher Ludwig Weber aus Wolfersheim. Nur die wenigsten Bürger seien damit einverstanden und kurz danach sehr überrascht gewesen, als die Verwaltung dem Stadtrat in einer Ausschuss-Sitzung eine Kostenschätzung zur Reparatur über rund 500 000 Euro präsentierte. Die Mehrheit von CDU, FDP und Grünen habe daraufhin die Sanierung der Brücke abgelehnt.

Doch der damalige Wolfersheimer Ortsvorsteher Stephan Schepp-Weyrich ließ als erster nicht locker, fragte bei einem der Stadt bekannten Ingenieurbüro nach, und dieser Experte kam auf einen Betrag von 140 000 Euro für die Brücke von 35 Metern Spannweite und mit einem Holz-Belag, hinzu wären zehn Prozent Planungskosten sowie Kosten für Betonauflagen und Gründungen gekommen.

„Mit rund 250 000 Euro wäre diese Maßnahme also bezahlt, wobei 50 Prozent an Zuschuss fließen, der Anteil der Stadt würde bei dieser Kostenrechnung bei etwa 100 000 Euro liegen. Als Biosphären-Stadt stünde ihr eine intakte Brücke auch gut zu Gesicht“, so Stephan Schepp-Weyrich damals. Eine spontane Unterschriftenaktion unter dem Motto „Mir wolle unser Brigg widda“ unterstützten 756 Bürger. Durch mehrfache Beschwerden der Ortsvorsteher von Breitfurt und Wolfersheim bei Stadt und Saarpfalz-Kreis erfolgte eine Machbarkeitsstudie mit drei Alternativen: Holzbrücke, Alu-Brücke und Sanierung, wobei eine Sanierung ohne Abbau der Brücke nicht bedacht gewesen sei. „Eine Sanierung der Brücke ohne Abbau ist aber das einzig Machbare“, stellten die Kommunalpolitiker damals heraus. Die Kostenschätzungen der Stadt würden eher auf ein „Totschlagsargument“ als auf ein Sanierungskonzept hinauslaufen.

Im Januar 2012 keimte Hoffnung auf bei der Meldung: In wenigen Monaten soll die Brücke wieder nutzbar sein. Landrat Clemens Lindemann hat einen entsprechenden Sanierungsauftrag an eine Gersheimer Firma erteilt. Die Brücke sei nämlich längst nicht so baufällig wie von der Stadt angenommen, habe ein vom Kreis beauftragtes Homburger Ingenieurbüro festgestellt und die Kosten auf rund 60 000 Euro beziffert, wobei die Stadt nur rund 15 000 Euro zu tragen habe. Es wurden danach die Aufgänge auf Wolfersheimer und Breitfurter Seite erneuert, die Brücke sollte 15 bis 20 Jahre zu nutzen sein. Ein Jahr später jedoch, bei Wiederaufnahme der Arbeiten, sei festgestellt worden, dass die Schäden doch größer sind – seitdem ruhen alle Bemühungen. Auswirkungen auf touristische Projekte in der Biosphären-Region seien durch weitere Sperrung zu befürchten, so die Kommunalpolitiker vor Ort.

Doch jetzt gibt es erneut Hoffnung: Umweltminister Reinhold Jost hat nach einem Vor-Ort-Gespräch mit den Ortsvorstehern Martin Moschel und Matthias Seel auf Nachfrage unserer Zeitung mitgeteilt: „Ich habe einen Prüfauftrag in mein Haus gegeben. Wir wollen klären, ob über unser Haus oder womöglich ein anderes Ministerium eine finanzielle Unterstützung möglich ist“, so Reinhold Jost. Es bleibt also die Hoffnung auf Sanierung. Dazu zählt im Herbst ein weiteres Treffen der Kommunalpolitiker mit dem neuen Bürgermeister Bernd Hertzler, Landrat Theophil Gallo, dem Biosphärenzweckverband und Vertretern des Ministeriums.

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