Nicht nur ein Sport für Mädchen

Nicht nur ein Sport für Mädchen

Die Purple Diamonds-Cheerleaders wollen eine neue Gruppe gründen. Dafür haben sie jetzt zu einem Try out, einem Probetag, in das Kaufmännische Berufsbildungszentrum St. Wendel eingeladen.

St. Wendel. Turnen, Akrobatik, Tanz. Fliegende Körper, waghalsige Sprünge. Elemente des Cheerleadings, einer aus den USA stammenden Sportart. Auch in St. Wendel gibt es eine Gruppe, die diesen Sport ausübt: die Purple Diamonds. Die Cheerleader luden am Samstag zum Probetraining, einem so genannten Try out, in die Turnhalle des Kaufmännischen Berufsbildungszentrums. Der Grund: Eine neue Gruppe soll gegründet werden. 35 Interessierte erschienen. "Wir wollen eine Unterabteilung, die Wild Diamonds, einrichten. Diese soll aus 20 Mädchen und vier Herren bestehen", erklärt Trainerin Sabrina Angel. Denn Cheerleading ist keinesfalls eine Frauendomäne. Für die artistischen Stunts sind nicht zuletzt, um die Frauen festzuhalten, kräftige Männer gefragt.Einer, der in das Team aufgenommen werden wollte, war Christoph Montag aus Saarbrücken. "Ich bin seit anderthalb Jahren Mitglied in einer Saarbrücker Gruppe. Zu den Diamonds will ich, weil es ein erfolgreicher Verein ist", erzählt der 21-Jährige.

Die Purple Diamonds haben nämlich bei den deutschen Meisterschaften im Mai den zweiten Platz erreicht. "Der Probedurchlauf lief dort nicht so gut, wir waren nervös. Dass wir dann am Ende Vizemeister wurden, hat uns alle überrascht", erinnerte sich Alexander Zindler aus Steinbach. Seit fast zwei Jahren sei er Mitglied und aus Spaß an der Bewegung und wegen des netten Teams mit Begeisterung dabei.

Mit dieser Begeisterung hat er seine Cousine Stefanie Kunz angesteckt. Die 16-Jährige wollte am Samstag ihr Können beweisen und in das Team aufgenommen werden. "Ich tanze seit zwei Jahren Hip-Hop. Alexander hat mich überredet, es bei den Diamonds zu versuchen", sagt die Oberkircherin. Dabei hatte sie ihre Freundin Jana Deitsche. "Ich mache Sportakrobatik und hoffe, dass es mir hier gefällt und ich es in die Gruppe schaffe", erzählt die 17-Jährige.

Doch bevor es für die potenziellen Neuen ans Eingemachte ging, zeigten die Purple Diamonds zunächst, was sie drauf haben. Pyramiden aus Körpern, durch die Luft sausende Frauen erweckten Eindruck. Danach startete für alle das Aufwärmen. Hierbei sah man mitunter schmerzverzerrte Gesichter. Aber körperliche Fitness ist Grundvoraussetzung für den Sport. Anschließend ging es für die Probanden an eine der fünf Stationen. Dort wurden einige Figuren ausprobiert, gymnastische Übungen präsentiert oder Tanzschritte vorgeführt. Alles unter den strengen Augen der Purple Diamonds, die sich Notizen machten. "Wir schreiben den Namen auf, wie sich die Leute bei den Übungen anstellen und was man noch besser machen könnte", erklärte Chira Schweigmann (18), die seit einem Jahr ein Diamond ist.

Nach über zwei Stunden war Schluss. "Es ist super gelaufen, noch am Abend haben wir die neuen Mitglieder benachrichtigt", bilanziert Angel. Denn am Sonntag stand das erste Training für die Wild Diamonds an.