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Wenn Wahlkampf missbraucht wird

Noch drei Wochen "tobt" der Wahlkampf. Der Stress für Kandidaten und Organisatoren nimmt zu. Und die Verlockung für unappetitliche Trittbrettfahrer offenbar auch

Noch drei Wochen "tobt" der Wahlkampf. Der Stress für Kandidaten und Organisatoren nimmt zu. Und die Verlockung für unappetitliche Trittbrettfahrer offenbar auch. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass ein offensichtlicher Ausländerhasser zwei Neunkircher Familien mit Trauerkarten belästigt, in dem er sie, angeblich im Namen der CDU, auffordert: auf "schnellsten weg zurück in eure haimat". Als Absender gibt der Schmierfink keinen Namen an, aber: "CDU Oberbürgermeisterkandidat Neunkirchen". Ein zumindest beleidigender Vorgang - die Staatsanwaltschaft prüft ferner, ob der Straftatbestand der Volksverhetzung vorliegt.Man kann darüber streiten, ob man solch verwirrten, wohl auch bösartigen Zeitgenossen ein Forum geben sollte. Verständlich ist es aber allemal, dass die betroffenen Christdemokraten Strafantrag gestellt haben. Und es bleibt auch nicht aus, dass ein Solidarisierungseffekt eintritt, selbst bei hartnäckigen politischen Konkurrenten. "Trotz aller Unterschiede" hat beispielsweise Bernd Thul, OB-Kandidat der Grünen, der CDU in diesem Fall generös den Rücken gestärkt und in einer Presseerklärung diese Briefe als "Angriff auf die Demokratie und die Menschenwürde" zurückgewiesen.