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Fußball Landesliga Nord: Vereine vermissen Planungssicherheit

Fußball Landesliga Nord : Vereine vermissen Planungssicherheit

Fußball-Landesliga Nord: Während Tabellenführer SG Schiffweiler-Landsweiler/Reden darauf hofft, dass die Runde fortgesetzt wird, käme Schlusslicht Wemmatia Wemmetsweiler eine Annulierung nicht ungelegen. Zumindest dann, wenn es dann keine Absteiger gibt.

Auch die Verantwortlichen der Fußball-Landesliga Nord fragen sich, ob der Spielbetrieb der laufenden Saison noch einmal fortgesetzt werden kann. Falls ja: Wann geht es weiter und wie lange muss gespielt werden? Falls nein: Wird die Saison anhand der aktuellen Tabelle gewertet und so Auf- und Absteiger ermittelt? Oder wird alles wieder auf Null gestellt? Dann würden sich in der kommenden Runde die gleichen Mannschaften in ihrer jetzigen Ligenzusammengehörigkeit gegenüberstehen.

Bei der FSG 08 Schiffweiler ist Sascha Neumann Spielausschuss-Vorsitzender. Gleichzeitig ist der 32-Jährige auch Spielertrainer des aktuellen Spitzenreiters SG Schiffweiler-Landsweiler-Reden.

Der Mittelfeldspieler hat seinen Vertrag für die kommende Saison verlängert und geht damit bereits in seine fünfte Runde als Trainer. Schon davor war er neun Jahre lang Kapitän gewesen. Damit gehört Neumann nicht nur zu den wichtigen Personen auf – sondern ist auch neben dem Feld.

„Bislang ist es für uns richtig, richtig gut gelaufen – das Ergebnis ist die Tabellenführung“, meint der Spielertrainer. Die Akteure der SG würden sich derzeit individuell fit halten und sich für eine Fortsetzung der Saison wappnen. „Klar, die Gesundheit steht über allem. In sportlicher Hinsicht wäre es aber schön, die Runde zu Ende zu bringen. Dann wüsste man auch, wer letztlich in der Tabelle oben und unten steht“, meint Neumann. Sollte dies nicht möglich sein, sollten seiner Meinung nach die aktuellen Tabellenführer belohnt werden. Eine Möglichkeit sei es, die Ligen von der Anzahl der Teams um die jeweiligen Aufsteiger zu erhöhen und keine Absteiger zu bestimmen. „In der Saison darauf könnte dafür die Zahl der Absteiger wieder erhöht werden. Die Vize-Meister könnten noch vor Beginn der nächsten Runde eine Relegation spielen. Eventuell wäre es auch eine Möglichkeit, den Tabellenletzten der Klasse darüber mit in dieses Relegationsboot zu nehmen“, schlägt Neumann vor. Dies hätte den Vorteil, dass höhere Zuschauerzahlen den wirtschaftlichen Schaden der Vereine abfedern könnte.

Nur einen Punkt hinter der SG Schiffweiler-Landsweiler-Reden liegt liegt der aktuelle Tabellenzweite FC Hertha Wiesbach II zurück. Der Wiesbacher Präsident Helmut Berg hat derzeit keine Patentlösung für den Fall parat, dass es nicht mehr mit dem Spielbetrieb weitergeht. „Dazu müsste man in eine Glaskugel schauen können. Ich bin der Meinung, dass dann eine gemeinsame Lösung für ganz Deutschland her müsste. Dazu müssten sich die Vorstände der einzelnen Landesverbände bundesweit verständigen. Momentan hat auf jeden Fall jeder andere Sorgen und der Fußball muss in dieser schwierigen Situation hinten anstehen“, meint Berg.

Er weiß, dass man es nicht jedem Beteiligten wird recht machen können. „Wichtig sind zwei Dinge: die Entscheidung muss zeitnah her – dann besteht wenigstens bei den Vereinen Planungssicherheit. Und dann sollte die getroffene Entscheidung auch akzeptiert und nicht vor der Sportgerichtsbarkeit angefochten werden“, sagt der Präsident und ergänzt: „Natürlich wäre ein vorzeitiges Ende auch für die Spieler bitter, die nach der Runde aufhören und sich so sportlich nicht mehr verabschieden könnten.“

Markus Zewe bleibt Trainer beim SC Wemmatia Wemmetsweiler. Foto: Semmler Foto: Semmler

Ein möglicher Abbruch hätte auch Auswirkungen auf die Teams, die derzeit auf einem Abstiegsplatz stehen. Die Teams im Keller hätten wohl wenig dagegen, wenn die Runde annuliert würde und der Gang in die tiefere Spielklasse ausbleibt. In der Landesliga Nord beträfe das unter anderem Schlusslicht SC Wemmatia Wemmetsweiler. „Ich halte nichts davon, die Saison mit vielen Englischen Wochen weit nach hinten zu verschieben. In vielen Teams gibt es ja auch Mittagschichtler oder Spieler, die unter der Woche bis spät am Abend arbeiten müssen. Dann hätte derjenige Verein die besten sportlichen Chancen, der für die besten Arbeitszeiten sorgen kann“, meint Wemmetsweilers neuer Vorsitzender Marco Pfeiffer. Er ergänzt: „Es wäre schön, in der Landesliga verbleiben zu können – wir nehmen es aber, wie es kommt.“ Unabhängig von der künftigen Klassenzugehörigheit sei nun die Entscheidung gefallen, mit Trainer Markus Zewe weiterzumachen. „Er bietet ein super Training an und hat einen klasse Draht zur Mannschaft. Und für das große Verletzungspech, das uns in dieser Runde verfolgt hat, kann er nichts“, stellt der Vorsitzende klar.“