Geschichtsmasken aus Schiffweiler : Mit Nadel und Faden gegen Corona

Mehr als 700 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich bei der „Gesichtsmaskenhilfe im Saarland“. Die Idee dazu hatten drei Frauen aus Schiffweiler.

Weil sie im Kampf gegen die Corona-Pandemie auch einen Beitrag leisten wollte, gründete Sarah Meyer aus Schiffweiler gemeinsam mit Kerstin Gorny und Andrea Schmidt am 21. März die Initiative „Gesichtsmaskenhilfe im Saarland“, in der sich mittlerweile mehr als 700 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zusammengeschlossen haben. Als Physiotherapeutin habe sie früh mitbekommen, dass Schutzmasken fehlen, erzählt die dreifache Mutter. Da sie früher mal einen Nähkurs gemacht habe, sei sie auf die Idee gekommen, ihre Kenntnisse aufzufrischen und Gesichtsmasken zu nähen. Unterstützt wird sie dabei von ihrer 20-jährigen Tochter Leah, die schon immer das Nähen lernen wollte und jetzt die Gelegenheit nutzte. Gemeinsam haben Mutter und Tochter bislang 200 Gesichtsmasken gefertigt.

Eine Maske zu nähen, ist nach Einschätzung der 43-Jährigen nicht schwierig und erfordert ungefähr einen Zeitaufwand von 20 Minuten. Zu den Abnehmern zählen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeheimen, Sozialstationen und anderen Einrichtungen, aber auch Privatpersonen. „Unsere Gesichtsmasken schützen nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung, aber sie erinnern daran, Abstand zu anderen Menschen zu halten und schützen davor, sich unkontrolliert mit den Händen ins Gesicht zu fassen“, informiert die Hobbynäherin, die beim Einkaufen selbst eine Gesichtsmaske trägt. Außerdem trage man durch die Fertigung der Gesichtsmasken dazu bei, dass speziell für den medizinischen Bereich entwickelte Schutzmasken weniger für den privaten Bereich verwandt werden. Wichtig sei, dass die Masken aus Baumwolle bestehen, gewaschen und wiederverwendet werden können. Die Gruppenmitglieder nähen nach ihren Worten so eifrig Masken, dass sich eine Helferin schon eine Sehnenscheidenentzündung zugezogen habe.

Auf Facebook tauschen sich die Gruppenmitglieder aus. Helfer, die nicht nähen können, übernehmen Fahrdienste, nehmen Stoffspenden entgegen oder bringen die Masken zu den Menschen, die sie benötigen. Die Masken werden kostenlos abgegeben. Mit den Spendengeldern werden Stoffe und Gummilitzen für weitere Masken finanziert. „Wir nähen Masken für Männer, Frauen und Kinder“, erzählt Sarah Meyer, deren Ehemann Christoph als Model für die Männer-Masken diente. Weitere Helferinnen und Helfer, aber auch Sachspenden sind jederzeit willkommen.

Sarah und Leah Meyer an ihren Nähmaschinen. Foto: Christoph Meyer

Nähere Informationen gibt es auf der Facebook-Seite der Hilfsinitiative.