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Coole Leute blinken selbst beim Spurwechsel in Verfolgungsjagden

Kolumne Apropos : Mach’s wie Kowalski

Egal, ob abknickende Vorfahrt oder im tiefsten Gewimmel: Immer mehr Leuten ist der Arm zum Blinken zu schwer. Das ist dann faul oder arrogant, cool aber bestimmt nicht. Jedenfalls nicht so cool wie die Ausstrahlung eines Musclecars.

Eigentlich kann mich so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Aber wenn Leute mit ihrem Auto abbiegen und dabei nicht blinken, werde ich fuchsig. Ich weiß nicht, warum ausgerechnet dann. Es könnte mir ziemlich egal sein, und in den meisten Fällen erkenne ich auch so, dass der da vorne jetzt abbiegen will. Wieso steht er sonst auch vor mir auf der Rechtsabbiegespur?

Aber manchmal wird es schon knifflig. Und manchmal wirkt es einfach nur ein bisschen arrogant, wenn dich jemand ausbremst und du nicht weißt, was los ist ... ? Ach so, den Gegenverkehr abwarten, um nach links auf die Tanke zu fahren. Nicht blinken ist ein bisschen so, wie wenn jemand an dir vorbeiläuft und dich anrempelt, Hauptsache, er kommt an sein Ziel.

Ein Freund, der einen Audi aus den Achtzigern fährt, sagt: „Ich blinke allein schon deswegen, damit die Leute nicht denken, an meiner Karre ist der Blinker kaputt.“ Aber meiner Erfahrung nach sind die meisten Blinker vor allem an besonders dicken oder coolen Autos kaputt. Links wie rechts. SUV haben schnell Probleme damit. Werkstattfehler.

Dabei passt das Nicht-Blinken aber gar nicht so zu einem coolen Auto, wie manche vielleicht denken. Denn die wirklich coolen Leute blinken selbst beim Spurwechsel in Verfolgungsjagden, auch wenn die Verfolger dann schon wissen, wohin sie wollen. Die haben bei denen nämlich trotzdem keine Chance – habe ich so gestern Nacht bei Kowalski mit seinem Musclecar in „Fluchtpunkt San Francisco“ gesehen.