100 Prozent Handarbeit

"Das ist genau das Richtige", strahlte Tanja Seifert in der Seifen-Werkstatt. Gerade hatte sie kleine bunte Quader entdeckt, die beim dran Schnuppern an Kirschen, Zitronenverbene oder Sandelholz erinnern - perfekt für den selbst gebastelten Adventskalender oder als Wichtelgeschenk. "Hier steckt 100 Prozent Handarbeit drin", versprechen die Papierbanderolen der Seifen-Zwerge. So gesehen könnte man der ganzen reha-Werkstatt in der Bildstocker Straße ein solches, überdimensionales Etikett anheften: Schließlich ist alles, was die am Samstag wieder in Scharen von nah und fern strömenden Besucher dort erwarben, von den 71 behinderten Mitarbeitern in Hand hergestellt worden - manchmal mühsam, oft langsam, aber immer mit Liebe und Sinn fürs Schöne und Besondere.

Halb zehn hatten die ersten Gäste schon vor der Tür gestanden, obwohl es offiziell erst 11 Uhr losging: "Die Leute wissen halt, das sind alles Unikate", erklärte Tanja Gailing von der Geschäftsführung. "Was weg ist, ist weg." Als Renner erwies sich erneut die Glasabteilung, die diesmal eine animalische Note hatte dank Füchsen, Rentieren, Elchen und Eulen in Form von Aufstellern. Sehr zufrieden sei man mit den Umsätzen, erklärte Tanja Gailing: "Sie steigen jedes Jahr - zwar nur minimal, aber das reicht ja."

Zufrieden war auch das Ehepaar Wilbertz. Ein bis zweimal pro Jahr sind die Neunkircher bei der reha zu Gast. "Das ist ja für einen guten Zweck", betonte Waltraud Wilbertz. Zumal Ambiente und Produktqualität jedes Mal begeistern. Erworben hat sie diesmal "Kerzen zum Verschenken". Für weihnachtliches Flair sorgten nicht nur die aufwendige Deko, sondern auch frisch gebackene Zimtwaffeln und Lutz Brennecke im Santa-Claus-Kostüm: Zum fünften Mal gab er ehrenamtlich den Weihnachtsmann, "einfach, weil's Spaß macht".

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