Neues Bündnis für die Nauwies

Neues Bündnis für die Nauwies

Nächtlicher Krach vor den Kneipen und auf dem Landwehrplatz nervt im Nauwieser Viertel. Aber der Besuch der Oberbürgermeisterin endete gestern mit einem positiven Signal: einer Gruppe, in der viele für die Nauwies an einem Strang ziehen wollen.

St. Johann. Plapp, plapp, Treffer - plapp. Wieder und wieder. Für die erste Stadtteiltour dieses Sommers der Oberbürgermeisterin ist das Basketballfeld des Landwehrplatzes typisch. Begehrter Treffpunkt. Und Ärgernis zugleich, wenn Spieler bis in die Nacht nerven. Ebenfalls typisch für den Verlauf des Nachmittages ist dieser Satz von Britz: "Es gibt Regeln. Aber wir müssen auch Wege finden, dass sie eingehalten werden."Zum Beispiel am Container, wo noch nach Mitternacht die leeren Pullen landen. Oder vor den Kneipen, wo bis in den frühen Morgen Lärm die Anwohner nervt. "Ich musste deswegen sogar mein Schlafzimmer verlegen", sagt ein Betroffener. An der Alten Feuerwache und auf dem weiteren Weg durchs Viertel nutzen rund 70 Bürger die Gelegenheit, mit Britz über die Nauwies ins Gespräch zu kommen, und lassen Dampf ab. Zum Beispiel über die Straßenreinigung in der Grünstraße. "Die soll dreimal pro Woche kommen, und dafür bezahlen wir ja auch. Aber sie sind nur einmal im Monat da."

Britz und Begleiter hören zu, machen sich Notizen, signalisieren: Wir kümmern uns drum. Momente der Stille und des Staunens gibt es auch. Denn die große Gruppe macht Station, wo Bürger und Stadt gemeinsam das Viertel verändert haben. Sei es im lauschigen Garten der Johanneskirche. Oder im Hof des Hauses Blumenstraße 28-32.

Wo vor einem Vierteljahrhundert Tristesse herrschte, ist ein Eckchen zum Wohlfühlen entstanden. An einem weiteren schönen Fleckchen des Viertels, in der Nauwieser 19, nimmt am Ende des Rundgangs der Plan Konturen an, noch mehr aus diesem Teil Saarbrückens zu machen.

Stadtsprecher Thomas Blug zieht Bilanz: "Der Lärm nachts vor den Kneipen als Folge des Nichtrauchergesetzes war ein großes Thema. Und es wird eine Gruppe geben, in der Verwaltung, Polizei und die neue Interessengemeinschaft Wege finden, das Viertel tagsüber zu beleben und damit auch für eine Belebung in den Geschäften zu sorgen."

Kornelia Landau von der Interessengemeinschaft ist eines wichtig: "Wir laden die Hauseigentümer in diese Gruppe ein. Mit ihnen können wir bei Leerständen Zwischenlösungen finden, zum Beispiel Künstler reinholen."

Eine ziemlich neue Lösung, die Fußgängerinsel am Seniorenheim in der Richard-Wagner-Straße, sorgte für das wohl dickste Lob beim Rundgang: "Super Sache", schallte es Britz entgegen. Die erfreute Reaktion kam umgehend: "Danke, ich geb' Ihnen einen aus."

Mehr von Saarbrücker Zeitung