1. Saarland

Wo die Currywurschd brutzelt

Wo die Currywurschd brutzelt

Völklingen. Im Buswartehäuschen an der Wehrdener Brücke hat er seinen Entschluss gefasst. Stundenlang hat Günter Klein dort gesessen und auf den ehemaligen Imbiss Zang geblickt. Und für sich entschieden, dort die gute deutsche Bratwurst in Rot und Weiß, auch in leckere Currysoße getaucht, anzubieten

Völklingen. Im Buswartehäuschen an der Wehrdener Brücke hat er seinen Entschluss gefasst. Stundenlang hat Günter Klein dort gesessen und auf den ehemaligen Imbiss Zang geblickt. Und für sich entschieden, dort die gute deutsche Bratwurst in Rot und Weiß, auch in leckere Currysoße getaucht, anzubieten. Anfang des Jahres hat er dann seine Pläne verwirklicht, jetzt gibt es im einstigen Zang-Imbiss unter dem Namen Saar-Grill wieder Rostwürste und vieles mehr. Die viel befahrene Straße ist zwar laut, aber für einen Imbiss wie den Saar-Grill optimal.Viele Autofahrer kommen in die Haltebucht, um sich eine Currywurst schmecken zu lassen. "Ich komme viel im Saarland rum und probiere überall die Currywurst und muss sagen: Hier ist sie echt klasse", meint Edmund Lonsdorfer. Klein setzt auf gleichbleibende Qualität: Die Würste und die Fleischwaren kommen wie die Doppelweck aus örtlichen Betrieben, die Frikadellen backen Klein und seine Mitarbeiterinnen selbst: "Immer nach dem gleichen Rezept, auch die Zutaten für die Soßen sind bis auf das Gramm genau abgewogen und festgelegt."

Während es im jüngsten Völklinger Imbiss die traditionellsten Brat- und Currywürste gibt, setzt man im Luisenthaler Grilltreff, den es seit über einem Vierteljahrhundert an der Straße des 13. Januar gibt, auf den Scharf-Ess-Trend. Von der normalen Currywurst mit Haussoße geht es hier über den "Nervenschocker" bis hin zur "Sterbehilfe". Laut Aushang hat diese Variante 90 000 Scoville, Scharfesser wissen diesen Wert einzuschätzen. Wem dieser Wert nichts sagt, erspart ihn am besten der eigenen Zunge und dem eigenen Rachen. Wer Mitarbeiterin Christa Weber, die schon seit 21 Jahren in der markanten gelben Rostwurstbude an der B51 arbeitet, fragt, ob es die teuflischen Varianten tatsächlich gibt, bekommt ein "Ei natürlich" zur Antwort, das sie mit einem spitzbübischen Grinsen begleitet. Spezialitäten im Grilltreff, der an Werktagen bis 19.30 Uhr und samstags bis 18.30 Uhr geöffnet hat, sind die hausgemachten Frikadellen und die Merguez.

Noch schärfer geht es ausgerechnet hinter dem Völklinger Feuerwehrgerätehaus zu, in Anna's Wurstbude in der Moltkestraße. Diesen Imbiss gibt es seit genau fünf Jahren, weswegen die Betreiber Frank Müller und Anna Maria Münch auch am Samstag feiern. Ein DJ legt Musik auf, es gibt besonders günstige Preise für die Kundschaft an diesem Tag und ein Gewinnspiel. 2010 wurde Anna's Wurstbude dank Müllers aus frischen Zutaten wie Chillischoten selbst gemachten Teufelssoßen zur schärfsten Currybude des Saarlandes gekürt, eine Auszeichnung mit viel Anziehungskraft. Müller: "Seitdem kommen Fans aus dem ganzen Saarland, um richtig scharf zu essen." Ungeübten rät er, anfangs die Variante zwei zu probieren. Stufe fünf ist mit einem Totenkopf ausgezeichnet und ist, wenn überhaupt, nur erprobten Scharfessern zu empfehlen. Das Umfeld ihrer Wurstbude haben die beiden auch Zug um Zug gestaltet, inzwischen ist ein hübsches Gärtchen rund um die Bude entstanden, gleiches wollen die beiden auch demnächst dem Nachbargrundstück angedeihen lassen. Eine Besonderheit in Anna's Wurstbude ist, dass hier auf Naturlavasteinen gegrillt wird.

Seit vier Jahren gibt es auch den Imbiss "Was Guddes vom Grill" gegenüber der Gebläsehalle. Hier sind es überwiegend Mitarbeiter von Saarstahl und Busfahrer, die hier Deftiges in allen Varianten bestellen. Renner sind Frikadellen- und Schnitzelburger, sowie Rahmschnitzel. "Und nicht zu vergessen unsere Hüttenklopse", sagt Anja Heimann, Schwester der Inhaberin Manuela Roos. Als spezielle Zutat gibt es von ihr oft eine freche Bemerkung im Hüttenarbeiter-Jargon oder zum Nachtisch ein Eis. Gerade dann, wenn es so heiß ist wie jetzt.