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Bürgermeisterwahl Weiskirchen
Von Parkplätzen, Radwegen und Kita-Zeiten

Weiskirchen. Die Bürger fühlten den Bürgermeister-Kandidaten mit ihren Fragen ordentlich auf den Zahn.

Nachdem sich die Kandidaten den Fragen der beiden Moderatoren stellen mussten, hatten auch die Bürger die Gelegenheit den Fünf auf den Zahn zu fühlen. Adolf Dieter Schuhmacher sprach sich dafür aus, dass das Parken auf dem Marktplatz zeitlich begrenzt werden würde, und fragte die Kandidaten ob sie dem zustimmen. „Davon halte ich nichts. Wir brauchen die Parkplätze für die Patienten unserer Hausarztpraxis“, sagte Hübschen. Dem stimmte auch Kiefer zu. Hübschen sehe aber Probleme beim stehenden Verkehr vor allem vor dem Rathaus. Dort käme es zu abenteuerlichen Parksituationen. Viele Autofahrer würden unbedacht ihr Auto abstellen und zuweilen den Verkehr behindern. Barth sprach sich grundsätzlich für eine „kluge Parkzeitbegrenzung“ aus, nicht, um „einfach nur die Fläche freizuhalten“. Zu der Situation auf dem Marktplatz könne er konkret nichts sagen. Schulz hingegen schon, denn der Markplatz werde auch von vielen Lehrern der nahe gelegenen Eichendorff-Schule benutzt. „Dort macht eine zeitliche Begrenzung keinen Sinn. Die Lehrer können nicht andauernd aus dem Unterricht rennen und ihr Auto umparken.“ Zum Parken in der Kurve vor dem Rathaus trotz des absoluten Halteverbots sagte Schulz, dass jeder sich mal an die eigene Nase fassen müsste. Es könne nicht sein, dass dort die Autos einfach abgestellt werden. Oestreich schlug indes allgemein am Fahrbahnrand ein einseitiges Parken nach ungeraden und geraden Monaten vor.


Patrick Leidinger ist Fahrradfahrer, fühle sich aber durch den anderen Verkehr auf den Straßen gefährdet. Er fragte nach einem separaten Fahrradweg beispielsweise in Richtung Mitlosheim. Dass die Situation für die Zweiräder durchaus gefährlich werden kann, da stimmten alle zu. Doch ein Fahrradweg „kostet viel Geld“, betonte Oestreich. So etwas sei schwer umzusetzen, sagte Schulz und ergänzte scherzhaft, „einfach ordentlich in de Pedale treten und den Autos davonfahren“. SPD-Kandidat Kiefer könne sich durchaus vorstellen für einen solchen Weg „eine Förderung abzugreifen“. Er habe ja einen guten Draht zu Anke Rehlinger, Wirtschafts- und Verkehrsministerin, die ebenfalls im Publikum saß. Hübschen sieht vielmehr Probleme bei den Grundstücksverhältnissen, sofern ein solcher Weg gebaut werden würde. „Da muss von oberster Ebene was getan werden. Das dauert sehr lange und ist sehr teuer“, betonte Barth. Er kenne sich da aus, da er den Bau des Radweges zwischen Limbach und dem Schmelzer Ortsteil Schattertriesch begleitet hat. Ganze 30 Jahre dauerte das Projekt. Ein besseres Mobilitäts-Konzept, mit einem billigeren und flexibleren öffentlichen Nahverkehr bei dem man auch Fahrräder bequem mitnehmen könne, sei sinnvoller.

Ob denn die Städtepartnerschaft mit dem französischen Bourbonne-les-Baines aufrecht erhalten wird, wollte Peter Meiser wissen. Das möchten alle Kandidaten auf jeden Fall. Hübschen und Schulz sind sogar Mitglied in dem Verein, Schulz hatte schon die Gelegenheit derStadt einen Besuch abzustatten. „Wir müssen aber auch an die anderen Vereine denken, denn Vereine sind genau die Stärken die Weiskirchen hat“, ergänzte Kiefer.

Als Kita-Leiterin liegt Claudia Bierbrauer die Zukunft dieser am Herzen. Das sei auch Thema bei den Rückmeldungen, die Barth auf seine Postkarten erhalten hat, gewesen. Viele Eltern wünschten sich flexiblere Kita-Zeiten, an denen Barth arbeiten möchte. Junge Familien seien auch für CDU-Kandidat Hübschen wichtig. Um die nach Weiskirchen zu locken, möchte er unter anderem ein neues Baugebiet erschließen. „Bildung muss von Anfang an kostenlos sein“, forderte Kiefer. Dafür möchte er sich bei der Landesregierung einsetzen. Schulz betonte, dass man nicht „auf Verschleiß fahren könne“, sondern die Räumlichkeiten der Kita auch attraktiv gestaltet werden müssen. Dann würden die Eltern auch ohne Bauchschmerzen ihre Kinder für einige Stunden dort lassen.

Die Kita hat Räume, die Vereine hingegen nicht. Hannes Kugel fragte die Kandidaten, wie es denn mit einem Vereinshaus aussähe? Oestreiche sieht das Rathaus, dass nach einem Zusammenschluss mit Wadern ja leerstehe, als geeignet an. Die anderen Kandidaten sprachen sich für einen Anbau an der Hochwaldhalle aus. „Grundsätzlich ist das eine gute Idee. Meine Unterstützung ist da. Aber es sollte nach den Bedürfen der Vereine ausgerichtet sein. Zuerst ist eine Raumbedarfsermittlung nötig“, sagte Barth.



(ter)