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| 20:47 Uhr

kandidaten
Männer-Quintett will Erbe von Werner Hero antreten

Weiskirchen. Seine Ganz-Rechtsaußen-Position sei dem Alphabet geschuldet, macht FWG-Kandidat Gunnar Schulz gleich am Anfang der Podiumsdiskussion klar und hat die Lacher in der vollbesetzten Hochwaldhalle auf seiner Seite. Der 46-Jährige, geboren in Sachsen-Anhalt, nennt seine Kandidatur eine logische Konsequenz seiner Arbeit im Weiskircher Gemeinderat, einen Schritt, den seine Wähler erwarten. „Mit mir wird es kein ‚Weiter so’ geben, sondern ich stelle mich der Herausforderung, Weiskirchen eine Zukunft zu geben.“ Dafür müsse man auch an den Stellschrauben drehen – ein Wortspiel, das Moderator Christian Beckinger sofort aufnahm: „Als Zerspanungstechniker fällt Ihnen das ja nicht schwer“, meinte der SZ-Lokalredakteur mit Blick auf den ehemaligen Job des Mannes, der nach eigenem Bekunden nun „Jäger von Steuerflüchtigen“ ist. Ein Budget von rund 2500 Euro stehe ihm für den Wahlkampf zur Verfügung, verriet er Thomas Gerber vom SR, der mit Beckinger die Podiumsdiskussion moderierte. „Gesponsert wird er von mir, guten Freunden und von dem Konto der FWG.“ Statt Kugelschreiber zu verteilen, ziehe er es vor, Barschecks an die Vereine zu verteilen. „Das Geld kommt nicht vom Landessportverband“, versicherte er mit einem Grinsen.

„Weiskirchen nach vorne bringen“, nannte SPD-Kandidat Karsten Kiefer als Ziel. Eine genaue Summe, was er für den Wahlkampf ausgibt, wollte der Mann, der als Bewerber in den Ring stieg, nicht angeben: „Zwischen 50 Cent und einem Euro.“ Erst auf Nachfrage von Gerber sagte er: „Gehen Sie mal von einem Euro pro Einwohner aus.“ „Also 6500 Euro“ konterte Christian Beckinger. Was dem Sozialdemokraten, der nach eigenen Angaben Mitglied in vielen Vereinen ist, bei seiner Wahlkampftour begegnet ist: die große Unzufriedenheit der Leute. Dies sei ihm bei seinen Hausbesuchen aufgefallen. Außerdem erhalte er jede Menge Nachrichten über Facebook, sagte der Mann, der mit seiner Frau in Saarbrücken ein Fotogeschäft betreibt. „Es sind schwere Zeiten, aber unser Geschäft ist etabliert.“ Auch in seiner Freizeit greife der Familienvater gerne zur Kamera, leite Seminare an der VHS und reise gerne.

Dass die Weiskircher unzufrieden seien, verneint CDU-Bewerber Wolfgang Hübschen. „Ich mache ebenfalls viele Hausbesuche. Mir ist das nicht aufgefallen.“ Als Verwaltungschef wolle er „seine Heimatgemeinde in eine gute Zukunft führen“, versicherte der Hauptamtsleiter im Weiskircher Rathaus. Aufgrund seiner Arbeit kenne er die Situation in Weiskirchen ganz genau. „Die Partei steht geeint hinter mir“, antwortete er auf Gerbers Frage. Diese spielte auf Hübschens Sieg bei der Kampfkandidatur gegen Mitbewerber Thorsten Willems an. „Parteitaktisches Verhalten ist mir allerdings fremd“, gestand der Christdemokrat. Auf rund 6500 Euro bezifferte er die Summe für den Wahlkampf. „Wir werben viel im Amtsblatt und ich mache Hausbesuche“, verriet der 56-jährige Familienvater.

„Geradlinig, nicht immer bequem, sehr genau und mit einem guten Blick für das Gesamte“, charakterisierte sich FDP-Kandidat Gerrit Oestreich. „Der Opa in der Runde“, wie sich der 51-Jährige mit Blick auf einen Enkel nannte, ist seit 18 Jahren Leiter der Tourismuszentrale in Ottweiler. Zwar sei er für die Grün Alternative Liste (GAL) 2009 in den Gemeinderat eingezogen, habe als Gegner der Windkraft aber 2010 die GAL verlassen. „Die CDU-Mehrheit im Gemeinderat hatte mit Hilfe der GAL das Quorum für die Einwohnerbefragung damals auf 55 Prozent erhöht – das war für mich nicht akzeptabel.“ Seit 2014 sitze er für FDP Hochwald im Gemeinderat. Rund 290 Euro, so schätzt er, kostet ihn der Wahlkampf. 25 Plakate für 190 Euro habe er drucken lassen, darunter fünf für seine Kinder. Zudem gebe er rund 100 Euro für Flyer aus. Eines steht für ihn fest: „Als Bürgermeister will ich einen Euro mehr als der Hauptamtsleiter verdienen. Den Rest spende ich für den Erhalt des Freibades.“ Er plädierte dafür, dass sich Weiskirchen freiwillig mit der Stadt Wadern zusammentue.

Von Unzufriedenheit in der Weiskircher Bevölkerung spricht auch Stephan Barth. Als Beleg verwies der freie Bewerber auf die vielen Rückmeldungen zu seiner Postkartenaktion, die er gestartet hat. „Sie spiegeln die Unzufriedenheit wider.“ Nach seiner Auffassung sind Politik, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit im Umbruch. „In dieser Umbruchszeit ist eine besondere Gestaltung möglich“, sagte der Bauamtsleiter der Gemeinde Schmelz. Seit 25 Jahren sei er in einer leitenden Position in der Verwaltung – zunächst in Wadern, danach in der Primstalgemeinde. „Ich muss mit 2000 Euro für den Wahlkampf auskommen“, verriet der 54-jährige Bauingenieur. Unterstützt werde er von Ehefrau Ruth Kahlert-Barth und Freunden. Plakate habe er drucken lassen, ebenso Flyer. Dass der Familienvater, der in Wadern wohnt, mehr als die notwendigen 81 Unterstützer-Unterschriften erhalte habe, sei dem guten Netzwerk geschuldet, das er als „Konfelder Bub“ in der Gemeinde habe.