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Gutes soll besser beworben werden

Wadern. In mehreren Diskussionsforen will die Stadtverwaltung zu wichtigen Themen mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen. Bei der Auftaktveranstaltung drehte sich alles um die Themen Handel, Gewerbe und Dienstleistungen. red

Großer Andrang herrschte bei dem ersten Themenabend der neuen Reihe "Zukunftsforum Wirtschaft", zu dem kürzlich Bürgermeister Jochen Kuttler alle Gewerbetreibenden und an der Zukunft der Stadt Wadern Interessierten ins Oettinger Schlösschen eingeladen hat. "Bis zu den Sommerferien wollen wir Themenbereiche anreißen, die jeden von uns angehen", so eröffnete Kuttler die offene Gesprächsrunde, bei der man sich nach einer angeregten aber sachlichen Diskussion auf die Aussage geeinigt hat: Das Wirtschaftsleben der Stadt hat viel Gutes zu bieten, auch wenn einiges verbesserungswürdig ist.

"Die Stadt Wadern ist nicht groß, doch sie hat alles zu bieten: kompetente Schulen, ein renommiertes Krankenhaus, Schwimmbäder, vielfältige Dienstleistungen und exzellente Einkaufsmöglichkeiten. Das muss nur den Leuten richtig vermittelt werden". Mit dieser Aussage wurde schon zu Anfang der Diskussion ein wichtiger Punkt benannt: Die Vermarktung der guten Dinge innerhalb der Stadtgrenzen muss deutlich verbessert werden. "Wir werden von den Menschen aus den Nachbargemeinden positiver gesehen, als wir es selbst tun", fasste es ein anderer Diskussionsteilnehmer zusammen. An dem Thema Marketing soll ab sofort konkret weitergearbeitet werden, denn viele interessierte Teilnehmer haben mit ihrem Eintrag in eine Liste die Bereitschaft gezeigt, in einer eigenen Arbeitsgruppe daran mitzuwirken.

"Der Marktplatz und die alte Bausubstanz sind wirklich schön, aber die Sauberkeit im ‚Wohnzimmer der Stadt', also rund um den Marktplatz, lässt zu wünschen übrig": Diesen Kritikpunkt griff der Bürgermeister auf und versprach, dem nachzugehen sowie für Blumenschmuck an städtischen Gebäuden zu sorgen, jedoch nicht ohne die Anlieger aus ihrer Verantwortung zu entlassen. "Es ist nicht verboten, auch mal selber zum Besen zu greifen oder die Patenschaft für ein Beet zu übernehmen", so der Verwaltungschef.

Touristisches Potenzial nutzen



Kontrovers wurde das Thema Gastronomie diskutiert. Während ein Teil der Leute bedauerte, dass zur Mittagszeit, und hier insbesondere samstags, nur wenige Speiselokale geöffnet sind, klagten andererseits mehrere Gastronomen über ausbleibende Kundschaft zu just dieser Zeit. Hier sagte Kuttler zu, die Akteure an einen Tisch holen, um eine für alle Beteiligten zuträgliche Lösung zu finden. Einig waren sich die Besucher, dass das ausgezeichnete touristische Potential der Stadt Wadern noch besser abgeschöpft werden kann. Hier werden insbesondere der Saar-Hunsrück-Steig, aber auch die viel frequentierten innerstädtischen Wanderwege in den Fokus gerückt. "Bezüglich der Hochwaldalm führen wir demnächst auch Gespräche", kündigte Jochen Kuttler an.

Das Zukunftsforum Wirtschaft ist keine Eintagsfliege, sondern soll als wiederkehrende Diskussionsrunde etabliert werden. Auch weitere Themen wie die besonderen Bedürfnisse von Senioren, die demografische Entwicklung, die Veränderungen im Vereinssport oder die Attraktivität der Stadt für Jugendliche werden in den kommenden Monaten aufgegriffen, kündigte der Verwaltungschef an.